Penzberg: Das Campendok Museum

Heinrich Campendonk war neben Wassily Kandinsky und Franz Marc Mitglied des „Blauen Reiters“ und bis Mitte der 1920er-Jahre im Fünfseenland als Maler tätig. Eine Sammlung seiner Bilder hat nun mit der Museumserweiterung in Penzberg eine angemessenen Ausstellungsraum erhalten.

 

In Penzberg ist das Stadtmuseum um einen Neubau erweitert worden. Das Gebäude orientiert sich in der Form an dem angrenzenden Bestandsbau und grenzt sich zugleich durch seine Gesatltung ohne Fenster und mit schwarzer Klinker-Fassade davon ab. Der Erweiterungsbau nach einem Entwurf des Architekturbüro Grubert, Thomas Grubert, Penzberg ist ein moderner Bau, der eine Verbindung zwischen der Kohlestadt und der Künstlerstadt Penzberg herstellt. Darin sollen vor allem die vielen Werke des Museums vom Expressionisten Heinrich Campendonk gezeigt werden. Der Maler Heinrich Mathias Ernst Campendonk (1889 bis 1957) war Anfang des 20. Jahrhunderts unter anderem mit  August Macke, Franz Marc und Paul Klee befreundet und fand über Marc und Wassily Kandinsky Anschluss an die Gruppe des Blauen Reiters.  Campendonk lebte in Sindelsdorf, in unmittelbarer Nähe zu Franz Marc und Wassily Kandinsky, mit denen er im regelmäßigen Austausch stand. Bilder wie die "Kleinen Pferde" oder der "Grüne Kruzifixus in bayerischer Landschaft" erinnern in Themenwahl und Farbgebung stark an die Vorbilder. Nach Ableistung des Kriegsdienstes bis 1916 übersiedelte er nach Seeshaupt am Starnberger See, wo er bis 1923 lebte und malte.

Im Jahre 2010 wollte die Stadt Penzberg das Nachlass-Konvolut aus 89 Werken des Künstlers erwerben und in ein zu bauendes Museum eingliedern, jedoch kam es durch einen Stadtratsbeschluss vom 17. März 2010 nicht zum Erwerb der Sammlung. Am 2. Juni 2010 wurde bekannt, dass die Familie Mast (Jägermeisterlikör) den Nachlass aufgekauft hat und diesen als Leihgabe für 15 Jahre der Stadt Penzberg unter Auflagen überlässt. Nun wurde mit dem Erweiterungsbau des Museum Penzberg ein angemessenes Ambiente für die Sammlung eröffnet. Das Museum besitzt den weltweit größten Campendonk-Bestand, hat gerade 200 neue Werke hinzubekommen und zeigt jetzt zur Eröffnung einen Querschnitt durch das Werk des deutsch-niederländischen Malers, der immer wieder auch Motive aus der Arbeiter-Kleinstadt nahe München abgebildet hat.

Das Gebäude des Erweiterungsbaus fällt mit seiner mit schwarzen Klinker-Fassade, dessen Glanz und Farbgebung sich je nach Lichteinfall ändert, fällt besonders auf und gibt der Sammlung eine elegante Hülle.

Bauherrin: Stadt Penzberg, Penzberg,

Architektur: Architekturbüro Grubert, Thomas Grubert, Penzberg, www.grubert.inf

Landschaftsarchitektur: Vogl + Kloyer Landschaftsarchitekten, Johanna Vogl, Christoph Kloyer, Weilheim, www.vk-landschaft.de

Besichtigung anlässlich der Architektouren 2017: Am Museum 1
82377 Penzberg  Sa. 24.Juni 2017, 11.00 Uhr ; Dauer der Führung: ca. 1,5 Stunden. Beschränkte Besucherzahl; um Anmeldung unter architektouren2017@grubert.info wird gebeten.

Bildnachweis: (Foto: Stefan Geisbauer) 

Quellen: http://www.deutschlandfunk.de/eroeffnungsausstellung-im-neubau-brueckenschlag-zwischen.691.de.html?dram:article_id=356133 ; https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Campendonk