Ein Erinnerungsort für Zwangsarbeiter

Von rund 400 NS-Zwangsarbeiterlagern in München ist nur noch das Lager Neuaubing mit seinen Baracken erhalten. Nun wird es nach einem Wettbewerb zum Dokumentationszentrum umgebaut.

 

Die vermutliche Verschleppung von ukrainischen Zivilisten nach Russland weckt Erinnerungen an die Zwangsarbeiter der NS-Zeit. Mehr als 13 Millionen von ihnen wurden während des Zweiten Weltkrieges aus ihrer Heimat in das Deutsche Reich gebracht, um dort in Rüstungsfirmen oder der Landwirtschaft zu arbeiten.

 Die 1942 errichteten zwölf Baracken des ehemaligen Lagers Neuaubing im heutigen Bezirksteil Aubing-Süd an der Grenze zum neuen Stadtteil Freiham im westlichsten, 22. Münchner Stadtbezirk sind einige der letzten noch erhaltenen Bauten, die von der NS-Zwangsarbeit zeugen. Bis zu 1000 Zwangsarbeiter waren dort untergebracht. Die Stadt München hat vergangenes Jahr für das von Künstlern genutzte und wild zugewachsene Areal ein Realisierungswettbewerb ausgelobt, um die Gebäude zu sanieren und zwei Baracken als Dependence des Münchner NS-Dokumentationszentrums umzunutzen. Den ersten Preis erhielten nun SPP Sturm Peter + Partner mit den TRR Landschaftsarchitekten Ritz und Ließmann. Leitidee ihres Entwurfes ist  es, senkrecht zur bestehenden, Ost-West-gerichteten Haupterschließung, zwei „Strahlen als weitere Bewegungsachsen“ zu schaffen. Die unter dem Zeichen der Erinnerung stehende westliche Achse befindet sich zwischen den zwei Baracken, in denen das Dokumentationszentrum beherbergt sein wird, einem Vorplatz mit Überdachung (siehe Plan unten). Weiter nördlich schließt das Forum mit zwei Sitzinseln an, das als Begegnungsort dient. Statt der befestigten Wege sollen die Besucher auf Holzstegen gehen. Die Umbauarbeiten sollen 2024 beginnen.

Weitere Informationen:

Ausstellung: Departure Neuaubing

Bildnachweis: Visualisierung von SPP Sturm Peter + Partner