Starnberger See: Malerische Villen

Eine Ausstellung im Museum Starnberger See zeigt Bilder von 14 Villen am See und deren berühmten Bewohnern. Angeregt wurde die Ausstellung durch durch ein interessantes Buch der Kunsthistorikerin Katja Sebald.

 

Historische Villen prägen bis heute die Landschaft rund um den Starnberger See. Die Ausstellung „malerisch! Künstler und Villen am Starnberger See“ im Museum Stadt Starnberg fokussiert sich auf 14 Villen, die von Künstlern bewohnt, besucht und gemalt wurden.

So erbaute sich der Münchner Stadtplaner Ulrich Himbsel und Initiator der Eisenbahnlinie von München und der Dampfschifffahrt auf dem Starnberger See 1842 am Ostufer eine Villa, in die er befreundete Maler wie Wilhelm von Kaulbach, Karl Rottmann und Moritz von Schwind einlud. Kaulbach und andere Maler erschufen auch die Bilder mit Allegorien der Jahreszeiten im Treppenhaus der Villa. Die Ausstellung zeigt 40 Gemälde, darunter das 1899 von Lovis Corinth in der Bernrieder Villa des Schriftstellers Halbe gemalte Bild „Frühstück in Max Halbes Garten“ sowie „Das Wohnhaus des Künstlers in Ammerland“ von Gabriel von Max (Vild oben). Die Ausstellung basiert auf der Zusammenarbeit mit der Kunsthistorikerin Katja Sebald.

Eine wichtige Grundlage dafür ist Sebalds Buch „Sehnsucht Starnberger See“, das 44 Villen am Starnberger See – in Starnberg und den Gemeinden Pöcking, Feldafing, Tutzing, Bernried, Seehaupt und Münsing sowie Berg – beschreibt. Obwohl dafür Studien von Büchern und Archiven eine wichtige Grundlage lieferten, und neben den Fotografien von Jörn Kachelriess auch historische Bilder verwendet wurde, ergibt sich der Reiz aus den Geschichten mit den Bewohnern.

Villen und Landhäuser oft über Generationen im Besitz der Familien

Die von 1910 bis 1912 erbaute Villa Carl in Feldafing (Foto links), die von dem Architekten und Designer Richard Riemerschmied für den Chemiker und Verleger Hans Carl entworfen und nach und nach auch mit Riemerschmied-Möbel ausgestattet wurde, wird heute noch von den Urenkeln des Bauherren bewohnt. Die Villa ist weiterhin Treffpunkt der Familie. Es sind es wohl vor allem die persönlichen Gespräche, die Katja Sebald mit den Bewohnern führte, die die Geschichten spannend und den Reiz des Buches ausmachen, das sich angenehm von den sonst oft trockenen Fachbüchern zur über Villen abhebt.

Man spürt in den gut recherchierten Beiträgen der Journalistin, dass das schöne Buch aus ihrer Neugier entstand, „hinter Hecken und Fassaden zu blicken, ... und zu erfahren, was ihren Bewohnern widerfahren ist.“ 

 

Malerisch! Villen und Künstler*innen am Starnberger See

Ort: Museum Starnberger See; Possenhofener Straße 5, 82319 Starnberg

Zeit: Ausstellung dauert bis 06.03.2022; Öffnungszeiten Dienstag - Sonntag von 10:00 bis 17: 00 Uhr

Katja Sebald: Sehnsucht Starnberger See. Villen und ihre berühmten Bewohner im Porträt, 196 Seiten, Hardcover, Allitera Verlag, 29,90 Euro 

 

Bildnachweise:

oben © Gabriel von Max - Das Wohnhaus des Künstlers in Ammerland - G 340 - Lenbachhaus;

links: Villa Carl, Foto © Jörn Kachelriess, aus dem besprochenen Buch