Flughafen München: Baustart für Terminal-1-Erweiterung

Das Terminal 1 des Münchner Flughafens wird um einen neuen Flugsteig erweitert, damit daran sechs zusätzliche Großraumflugzeuge andocken können. Der 455 Millionen Euro teure Pier soll 2023 in Betrieb gehen.

 

Das in drei Ebenen unterteilte Bauwerk soll mit einem Kerngebäude an die heutigen Module A und B des Terminals 1 angrenzen und über Brücken direkt verbunden werden. Von dort ragt der Flugsteig dann 350 Meter weit ins westliche Vorfeld. Am Pier können insgesamt sechs Großraumflugzeuge oder zwölf kleinere Maschinen andocken. Die Gesamtfläche der Erweiterung inklusive der Umbauten in der heutigen Ankunftszone im Modul B beträgt rund 95.000 Quadratmeter. Zuletzt wurde im April 2016 mit der Fertigstellung des Satelliten die Kapazität des Flughafen Münchens (um 52 Gates, welche insgesamt 27 Flugzeugabstellpositionen bedienen können) deutlich erweitert.

„Mit der Umgestaltung des Terminals 1 trägt Bayerns Tor zur Welt den Ansprüchen der Passagiere an den Komfort und die Aufenthaltsqualität Rechnung. Damit wird dieses 1992 eröffnete Passagiergebäude, das ja seinerzeit nach ganz anderen Maßgaben geplant worden ist, auf die spezifischen Anforderungen des Luftverkehrs von morgen zugeschnitten", erklärte Albert Füracker, Bayerischer Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen München GmbH (FMG). Am 28. Juni 2018 hatte der Aufsichtsrat der FMG grünes Licht für das Ausbauvorhaben gegeben.

Ziel der Ausbaumaßnahme ist eine bedarfsgerechte Anpassung des Non-Schengen-Bereichs sowie eine Steigerung der Service- und Aufenthaltsqualität im Terminal 1. In der Ebene 03 befinden sich die Gepäckausgabe sowie Abfluggates für Flugzeuge, die nicht direkt am Gebäude stehen. Die Ebene 04 schließt an das bestehende Terminal auf Höhe Modul B an und umfasst im Kerngebäude die zentrale Sicherheits- und Passkontrolle, den "Marktplatz" mit hochwertigen Einzelhandelsgeschäften und Gastronomie sowie im Pier-Bereich die Abfluggates.

Die Ebene 05 dient der "Verteilung" von ankommenden Passagieren, je nachdem, ob sie zur Gepäckausgabe oder zu der ebenfalls auf dieser Ebene angesiedelten Sicherheitskontrolle für umsteigende Fluggäste wollen. Auf dieser Ebene werden zudem ansprechende und großzügige Lounge-Flächen eingerichtet.

Generalplaner ist die Bietergemeinschaft "SSF Ingenieure AG / Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH / JSK Architkci Sp. z o o, Warschau / sop Architekten GmbH".

Das rund 150.000 Quadratmeter große Vorfeld wird nun angepasst. Für das Ausbauvorhaben werden nach aktuellen Schätzungen Gesamtprojektkosten von rund 455 Millionen Euro veranschlagt, die die Flughafen München GmbH aus eigenen Mitteln aufbringen wird. Wie Finanzchef Thomas Weyer in der Kundenzeitschrift des Flughafens „Motion“ mitteilt, will die FMG dieses Jahr 374 Millionen Euro investieren, nächstes Jahr 530 Millionen und im Jahr 2021 knapp 600 Millionen. Das sei eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den vergangenen Jahren, als die FMG für Instandhaltung und Ausbau jährlich bis zu 250 Millionen ausgab. Neben der Terminal-1-Erweiterung soll noch dieses Jahr ein weiteres Großprojekt des FMG gestartet werden:  der erste Bauabschnitt des Forschungs- und Innovationszentrum "Lab Campus".

Quellen: Pressemeldung FMG; Motion 03/2019, Seite 4

Bildnachweis: FMG