Sendling: Urban Progress errichtet Geschäftsgebäude comN

Hinter dem Unternehmen Urban Progress steht Matthias Ottmann. Der von Yes architecture entworfene Neubau bei der Großmarkthalle sieht eine Nutzung mit Büros und Einzelhandel vor. Vor dem Abriss des Vorgängergebäudes gibt es ein Kunst-Happening.

 

Matthias Ottmann, der von 2004 bis 2014 als alleiniger Geschäftsführer das Wohnungsunternehmen Südhausbau leitete,  realisiert im Sendlinger Feld des Münchner Stadtbezirk Sendling das innovative Geschäftsgebäude comN – Das Netzwerkhaus. Vor dem Abriss verwandelt sich eine alte Autowerkstatt für vier Tage in einen kreativen Begegnungsort mit Ausstellung, Talk und Kunst-Happening für Nachbarn und Interessierte.

Im Herzen Sendlings entsteht ein Haus, das den Trends Kommunikation, Kollaboration und Netzwerken viel Raum gibt. Im Rahmen einer Zwischennutzung hat der Münchner Projektentwickler Urban Progress GmbH  erstmals das Konzept und die Architektur der Immobilie comN -das Netzwerkhaus  vorgestellt. 
An einem städtebaulich außerordentlich prominenten Ort vor den Toren historischer Baudenkmäler der Großmarkthalle und direkt vis-à-vis des einstöckigen Gastronomie-Ensembles an der Gotzinger Straße entsteht nach den Plänen von Yes architecture ein Gebäude, das für Offenheit und Aufbruch steht. 
YES architecture Gründerin Ruth Berktold erläuterte im Pressegespräch die Struktur der Brick-Fassade. Ein besonderer visueller Effekt entstehe dadurch, dass sich die Größe der Fenster über die Diagonale der Fassade verändere. Dieser sogenannte Gradient erzeugt beim Betrachter die Anmutung einer Bewegung. Auch in Richtung Platz gibt es unterschiedliche Fenstergrößen: Nach oben hin werden die Fenster immer größer und bieten mit zunehmender Höhe großzügigere Ausblicke über die Stadt. Das Gebäude bietet mit seiner baulichen Struktur vielfältige Möglichkeiten der Begegnung – insbesondere auch des zufälligen “Über-den-Weg-Laufens” – dem so genannten Serendipity. Ein Coworking-Cafe bildet im Erdgeschoss zusammen mit der Empfangshalle das Herzstück des Gebäudes. Die gläserne Fassade mit Vordach zieht sich um das Café und akzentuiert die Halle mit einer doppelgeschossigen Verglasung.

Manufaktur-Flair und Innovations-Standort
comN – Das Netzwerkhaus greift den Manufaktur-Charakter des Umfeldes neben der Brickhouse-Architektur auch mit einem urbanem Nutzungsmix auf. Mit besonderer baulicher Ästhetik, einem zentralen Meetup-Bereich im Entrée und modernen Arbeitswelten im wohnlichen Design öffnet sich das von YES Architecture entworfene Gebäude den wichtigen Anforderungen des New Work. comN ― das Netzwerkhaus schafft Räume, die darauf reagieren, dass Kollaboration und Kreativität in den Zukunftsmärkten zu den entscheidenden Ressourcen werden.

Ein Gebäude als passende Hardware für die Software der Zukunft  „Ich vergleiche die Architektur eines Gebäudes gerne mit der Hardware eines Computers. Wir müssen mit unserem Objekt dafür sorgen, dass die Software ihre Ziele erreicht”, erklärt Matthias Ottmann, Gründer und Geschäftsführer von Urban Progress. Damit meint der Projektentwickler keine Windows-Anwendung, sondern Nutzungsansprüche der Mieter, wie zum Beispiel Vernetzung, Kommunikation und Kollaboration. Die hohe Eingangshalle wird durch eine Amphitheater-Treppe als Forum in Szene gesetzt und eignet sich mit ihren Sitzstufen sowohl als Aufenthaltsfläche in der Mittagspause als auch für Talks und Präsentationen. Für zeitgemäße Visualisierungen wird an der gläsernen Fassade der Halle eine Projektionswand herunter gelassen. 

Gotzinger Straße – kreatives Quartier mit Charakter 

“Immer mehr Unternehmen legen Wert darauf, ihre Mitarbeiter mit identitätstiftender Architektur an sich zu binden. Das ist uns bei comN mit den innovativen Entwürfen von YES Architecture sehr gut gelungen”, betont Ottmann die gestiegenen Ansprüche an Büroimmobilien. Auch der Standort sei im Wettbewerb um die besten Köpfe ein wichtiger Faktor. „Wie wichtig den Mitarbeitern die Lage des Arbeitsplatzes ist, wird immer mehr Unternehmen, die in der Peripherie sitzen, schmerzlich bewusst. “Wir haben in der Gotzinger Straße ein inspirierendes Umfeld mit einem einzigartigen Charakter. In direkter Nachbarschaft finden Mieter neben praktischen Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf, ein sehr reiches gastronomisches Angebot und kulturelle Angebote”, so Ottmann   

Kita oder Paketdienst? Flächen mit den Mietern entwickeln
Im Erdgeschoss wird neben der Halle eine flexible Einzelhandelsfläche mit Schaufenstern bereit gehalten. Die Fläche könnte zum Beispiel für eine Mini-Kita, eine Paketstation, eine Reinigung oder einen Concierge-Service genutzt werden. Die letztendliche Belegung der Fläche wird im Sinne des kollaborativen Prozesses gemeinsam mit den Mietern bestimmt. Die auf vier Geschossen angebotenen Büroflächen sind flexibel nutzbar: von Open-Space bis hin zu Bürozimmer mit Mittelgang-Erschließung. In den Großraumbüros wird eine multifunktionale Mittelzone ausgebildet mit: Kopierzonen, Lounges, Bereiche für informelle Besprechungen, Theken, Sideboards, besondere Objektleuchten, etc. Insgesamt sind in comN – das Netzwerkhaus bis zu acht Büroeinheiten geplant. Alle Einheiten verfügen über eine Teeküche mit Social-Room, einen Konferenzraum, getrennte WCs für Damen und Herren, sowie einen Serverraum und Lagerflächen. Die neue Tiefgarage mit regulären Stellplätzen, Duplex und E-Parking wird von der Gotzinger Straße im hinteren Bereich des Gebäudes erreicht. Fahrradabstellplätze sind auf der Rückseite des Gebäudes geplant

Quelle: Urban Progress

Bildnachweis: Urban Progress