Hotelmarkt München: Neubauangebot setzt Preise unter Druck

Laut einer Studie 2018 der Deka-Research werden in Deutschlands sechs Top-Märkten für Hotelimmobilien rund 11.000 Zimmer in 60 Projekten fertig gestellt. Für München erwartet, dass die Kapazitäten zwar absorbiert werden können, aber Preise und Erträge unter Druck kommen.

 

Die bayerische Landeshauptstadt verzeichnete 2017 rund 15,7 Millionen Übernachtungen, was gegenüber 2016 einem Zuwachs von 11,6 Prozent entsprach. Die Zahl der Übernachtun- gen ausländischer Gäste erhöhte sich um knapp 15 Prozent, bei Inländern gab es eine Zunahme um knapp neun Prozent. Die Besucherzahl des Oktoberfests stieg um elf Prozent, nachdem es im Vorjahr durch die Terroranschläge in Europa einen Besucherrückgang gegeben hatte. Die Isarmetropole ist sehr stark international geprägt: 49 Prozent aller Übernachtungen entfielen 2017 auf Ausländer. Die USA waren weiterhin der führende Quellmarkt, dahinter lagen die arabischen Golfstaaten sowie UK und Italien. Das Nachfrage- Gleichgewicht zwischen Geschäfts- und Privatreisenden führt zu einer gleichmäßigen Auslastung im Jahresverlauf. Im Messegeschäft sind die Leitmessen bauma (alle drei Jahre), BAU (alle zwei Jahre) electronica (alle drei Jahre) und ISPO (jährlich) von internationaler Bedeutung. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt seit mehreren Jahren stabil bei zwei Tagen, wobei Ausländer mit 2,2 Tagen länger verweilen als Inländer mit 1,9 Tagen. Im laufenden Jahr (Januar bis April) stieg die Zahl der Übernachtungen um knapp 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

München registrierte 2017 gegenüber dem Vorjahr Rück- gänge bei der Auslastung um 2,1% und beim durchschnittlichen Zimmerpreis um 1,2 Prozent, sodass sich der durchschnittliche Zimmererlös (RevPAR) um gut drei Prozent verringerte. Dies lag vor allem am schwachen ersten Messehalbjahr und an der deutlichen Ausweitung des Bettenangebots. Die Stadt hielt ihre Position als teuerster deutscher Top- Standort beim durchschnittlichen Zimmerpreis und lag bei der Auslastung hinter Hamburg auf Platz zwei. Im ersten Halbjahr 2018 erhöhte sich zwar der Zimmerpreis um 2,4 Prozent, die Auslastung verringerte sich jedoch im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent, sodass sich der RevPAR um 0,4 Prozent verminderte. Trotz Besucheranstiegen bei einigen Messen wie z.B. Intersolar und Automatica konnten diese den turnusmäßigen Ausfall von bauma und BAU nicht wettmachen.

Die Bettenkapazität erhöhte sich 2017 um acht Prozent. Im Stadtgebiet wurden zwölf neue Hotels mit rund 2.100 Zimmern eröffnet. Etwa zwei Drittel des Bettenangebots in Münchener Hotels entfallen auf Kettenhotels. Beim Gesamtangebot nimmt das Vier-Sterne-Segment mit 43 Prozent den Spitzen- platz ein vor dem Drei-Sterne-Segment mit 37 Prozent. Im laufenden Jahr dürfte das Angebot erneut signifikant zunehmen. Voraussichtlich 14 Häuser mit rund 2.500 Zimmern werden den Betrieb aufnehmen. 31% des neuen Angebots entfallen auf das Budget-Segment und 38% auf das Vier-Sterne-Segment. Weitere 20 Projekte mit rund 4.470 Zimmern befinden sich in Bau bzw. in konkreter Planung. Neubauschwerpunkte liegen in der Innenstadt, in Schwabing und im Werksviertel am Ostbahnhof.

Weitere Informationen:

Deka Research: Hotelmarkt Deutschland 

Quelle: Deka Immobilienresearch Spezial: Hotelmarkt Deutschland