gewerbe-Muster-Start.jpg

Fassadenpreis 2015: Zur Hundskugel in der Altstadt

Im November 2015 zeichnete die Landeshauptstadt München 25 private Gebäude mit dem Fassadenpreis 2015 aus und erwähnte sechs Gebäude der öffentlichen Hand lobend. Eines der ausgezeichneten Häuser ist das lange als älteste Gaststätte Münchens geltende Haus Zur Hundskugel in der Altstadt.

 

Das Haus Hotterstraße 18 stellt in verschiedener Hinsicht ein ganz besonderes Gebäude dar. Zum einen zählt es zu den ältesten noch erhaltenen Profanbauten in der Münchner Altstadt, zum anderen beheimatete es mit dem Gasthaus Hundskugel lange Zeit die älteste noch bestehende Gaststätte Münchens.

Das Baujahr des Eckhauses an der Hottenstraße zur Hackenstraße im Hackenviertel der Altstadt ist nicht bekannt. Früher wurde von Münchens älteste erhaltene Gaststätte ein Baujahr vor 1440 angenommen. Um 1485 gehörte das Anwesen zeitweise Herzog Sigismund. Doch nach dem Stadtmodell von Sandtner von 1570 sah das Gebäude anders aus, war nur zweigeschossig und hatte eine andere Fenstereinteilung. 1638 wurde das Gebäude durch den Stadtzimmer- und Unterbaumeister Georg Khayser durch eine Versteigerung erworben, weshalb in der Literatur die Bau- oder Umbauzeit um 1640 angesetzt wurde.

1732 erwarb der Weißbierschenk Simon Hinterholzer das Haus – seither waren durchweg Gastwirte Eigentümer. Die heutige Bezeichnung „Zur Hundskugel“ wurde allerdings erstmals 1896 festgestellt. Die Löwenbräu AG erwarb es 1924 und ließ es 1951 Instand setzen.  1983 kaufte der Modeschöpfer Rudolph Moshammer das Haus und ließ es außen wie innen renovieren.

Nun wurde das Haus für Büroräume erneut umgebaut und auch die Fassade renoviert. Der Außenputz wurde in seiner Beschaffenheit komplett erhalten und nur einzelne Fehlstellen mussten ausgebessert werden. Anschließend strich man die Fassade in einem sandfarbenen Ton. Den gemischten Fensterbestand ließ die Bauherrin durch neue, denkmalgerechte Holzfenster ersetzten. Die Fenster heben sich mit ihrem grünen Farbton und Sohlbänken aus Kupfer von der Fassade ab. Zwei abhanden gekommene Kandelaber wurden originalgetreu nachgebaut und an der Außenwand montiert. Die neuen Gauben sind wohltuend in die Dachlandschaft der Altstadt integriert.

Zu würdigen ist der Erhalt und die Instandsetzung eines für die Münchner Geschichte wichtigen Gebäudes mit vorbildlicher Wahrung der ihm eigenen Ästhetik. Mit wenigen zurückhaltenden Maßnahmen wurde die Fassade bestens revitalisiert. Es ist eines von 25 Gebäuden, dass mit dem Fassadenpreis 2015 der Landeshauptstadt München ausgezeichnet wurde.

 

Quelle: Pressemeldung des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München vom 11.11.2015; Heinrich Habel, Johannes Hallinger, Timm Weski: Landeshauptstadt München Mitte, Band 1, Hotterstraße 18, Seite 340 , 341

Bildnachweis: Landeshauptstadt München / Foto Maja Kaltenbach