Stephan Georg Kahl: Wir achten auf gute Mieteinnahmen

Die R&S Immobilienmanagement GmbH, ein Tochterunternehmen des Münchner Elektronikkonzerns Rohde & Schwarz, hat in den vergangenen Jahren große Immobilien entwickelt. Immobilienreport sprach mit Stephan Georg Kahl, dem Geschäftsführer der R&S Immobilienmanagement GmbH, über die Ziele und Aufgaben des Unternehmens sowie den Standort Werksviertel.

 

 

immobilienreport: Herr Kahl, was macht die R&S Immobilienmanagement GmbH?

Stephan Georg Kahl: Die R&S Immobilienmanagement GmbH ist eine 2001 gegründete Tochtergesellschaft von Rohde & Schwarz. Wir sind im Unternehmensverband integriert, agieren jedoch unabhängig und eigenverantwortlich. Weltweit ergänzen wir das Kerngeschäft um Immobiliendienstleistungen. Dabei sind wir in zwei Geschäftsfeldern tätig, dem Asset und dem CREM. Dieses bilden wir für Rohde & Schwarz und für Dritte ab.

 

immobilienreport: Welches Ziel verfolgen Sie beim Immobilienmanagement von Rohde & Schwarz?

Kahl: Die Herausforderung besteht darin, die Liegenschaften des Elektronikkonzerns Rohde & Schwarz im Bereich des Corporate Real Estate Management durch das professionelle Immobilienmanagement einer modernen und marktfähigen Nutzung zuzuführen. Das Ziel ist dabei der langfristige Vermögensaufbau durch die Erhöhung des Ertragswertes sowie die Schaffung der Voraussetzung für eine Marktfähigkeit der Immobilien.

 

immobilienreport: Der Elektronikkonzern Rohde & Schwarz erzielte in den fünf Arbeitsgebieten Messtechnik, Rundfunk- und Medientechnik, Cyber-Sicherheit, Sichere Kommunikation sowie Funküberwachungs- und Funkortungstechnik im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von über 1,8 Milliarden Euro. Welche Rolle spielt dabei Ihr Firmensitz München im Werksviertel von Berg am Laim (siehe Bild oben links - Eingang und Bild links Headquarter)?

Kahl: Hier am Firmensitz ist unter anderem die zentrale Entwicklung angesiedelt. Wachsen wollen wir weiterhin auch in München. München bleibt unsere Heimat und unser Stammsitz. Als weltweit tätiges Unternehmen hat Rohde & Schwarz aber natürlich auch viele Mitarbeiter im Ausland und will das Geschäft dort ausbauen. Unser Exportanteil liegt bei rund 90 Prozent. Wir sind deshalb in mehr als 70 Ländern mit einem engmaschigen Service- und Vertriebsnetz vertreten. Ergänzend zu München steuern starke regionale Hubs in Asien und USA die Geschäfte.

 

 

immobilienreport: In den vergangenen Jahren haben sie im Werksviertel große Immobilien selbst entwickelt. Warum?

Kahl: Ja, wir haben in den vergangenen zehn Jahren Immobilien im Wert von rund 200 Millionen Euro entwickelt. Weil Rohde & Schwarz über die Jahre hinweg kontinuierlich gewachsen ist und nun in München 2600 unser rund 9900 Mitarbeiter arbeiten, ist auch der Bedarf zur Erweiterung und Modernisierung unseres Firmensitzes gestiegen. Wir haben gerade das Richtfest für unser zweites, neues Technologiezentrum (siehe Bild links Bauphase, Bild links unten Visualisierung) gefeiert. In das sechs Stockwerke hohe Technologiezentrum II nach dem Entwurf des Architekturbüro RKW Rhode Kellermann Wawrowsky, das knapp 13.500 Quadratmeter Geschossfläche umfasst und in dem rund 600 Mitarbeiter arbeiten werden, investieren wir rund 35 Millionen Euro.

Zuvor hatten wir im Sommer 2013 einen neuen H-förmigen, fünfgeschossigen Bürokomplex mit insgesamt 21.000 Quadratmetern moderner Büro- und Laborflächen sowie einem Betriebsrestaurant nach einem Entwurf von KSP Jürgen Engel Architekten bezogen und dafür rund 60 Millionen Euro investiert.

 

Indem wir unsere Gebäude selbst entwickeln, können wir Kosten sparen und diese vollständig nach unserem Bedarf und unserer ökonomischen Zielsetzung ausrichten. Wir achten beim Projektmanagement auf effiziente Strukturen und konsequente Projektsteuerung und bedienen uns dabei der Expertise externer kompetenter Partner und Dienstleister wie etwa Witte Projektmanagement.

 

immobilienreport: Der Firmensitz von Rohde & Schwarz befindet sich in dem neuen Entwicklungsgebiet Werksviertel, das durch die Entscheidung des Freistaates, hier den neuen Konzertsaal zu errichten, aufgewertet wurde. Welchen Anteil haben Sie an der Entwicklung des Werksviertels?

Kahl: Zusammen mit den anderen Eigentümern waren wir frühzeitig an der Entwicklung des Areals beteiligt und haben darauf stark Einfluss genommen. Wir wollen das Werksviertel zu einem lebendigen und interessanten Quartier entwickeln. Mit der richtigen Mischung aus Wohnen, Arbeit und Einzelhandel, dem vielseitigem und großen Kultur- und Sportangebot sowie der großzügigen Grüngestaltung haben wir dafür die besten Voraussetzungen.

Neben dem vom Architekturbüro Chapman Taylor entworfenen Plaza, (siehe Visualisierung links) dem künftigen Nahversorgungszentrum am Zentralpark, das außer Einkaufsmöglichkeiten auch zwei Hotels, eine Boulderhalle und ein Fitnessstudio enthalten wird, entwickelt und errichtet R&S Immobilienmanagement weitere 80.000 Quadratmeter gehobene Gewerbeflächen im Werksviertel.

 

immobilienreport: Sie bieten Ihre Dienstleistungen auch Dritten an. Welche Bedeutung hat dieses Geschäftsfeld und wie groß ist Ihr verwaltetes Immobilienportfolio?

Kahl: Unser Geschäftsfeld Immobilien von Dritten wächst stetig. Deutschlandweit entwickeln, bauen, betreiben und verwalten wir erfolgreich Gewerbeimmobilien der verschiedensten Branchen mit einem verwalteten Volumen von rund 30 Millionen Euro Nettomieteinnahmen. An 15 Standorten in Deutschland verwalten wir aktuell rund 20 Projekte mit verschiedenen Nutzungsarten wie Wohnen, Einzelhandel und Büro.

 

 

immobilienreport: Herr Kahl, Danke für das Gespräch.

 

Das Interview führte Ulrich Lohrer, 09.02.2016

 

Bildnachweis: R&S Immobilienmanagement GmbH