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München: Starker Rückgang der Gewerbeimmobilien-Käufe

Während in München noch viel Büros vermietet werden, sind die Käufe von Gewerbeimmobilien eingebrochen. „Das Transaktionsvolumen im zweiten Quartal 2022 ist auf niedrigstem Wert seit dem ersten Quartal 2011“, so Manuel Allers, Senior Director Capital Markets bei Colliers München.

 

Eine Vielzahl von Gründen wie der Ukraine-Krieg, Auswirkungen der Corona-Pandemie, ESG-Taxonomie der EU sowie die stark gestiegene Inflation und die höheren Zinsen führen zur Zurückhaktung der Investoren auf dem München er Immobilienmarkt. „Laufende Prozesse verzögern sich, da Finanzierungskonditionen sich ändern“, sagt  

Manuel Allers, Senior Director Capital Markets bei Colliers München. Im ersten Halbjahr 2022 wurde nicht einmal die Hälfte des Transaktionsvolumens des Vorjahreszeitraums erreicht. Vor allem größere Transaktionen würden aktuell kaum durchgeführt. Ein 300-Millionen-Euro-Immobilie-Kauf, wie der Erwerb des Olympia Business Center (Bild oben) durch das Athos, dem Family Office der Brüder Strüngmann, im April diesen Jahres ist eher eine Ausnahme. Dennoch prognostiziert Colliers für München in diesem Jahr  ein Transaktionsvolumen von fünf Milliarden Euro (2021: gut sieben Milliarden Euro). Weiter im Fokus der Investoren seien Zentrumslagen.

Die Auswertung anderer Gewerbemakler bestätigen den Einbruch des Münchner Transaktionsmarktes. JLL registrierte für München Region (einschließlich Umlandgemeinden) im ersten Halbjahr 2022 ein Transaktionsvolumen von 1,76 Milliarden Euro – gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 entspricht dies einem Rückgang von 53 Prozent. Dagegen weisen viele der Top-7-Standorte noch ein Anstieg des Volumens der Gewerbeimmobilienkäufe aus. In Hamburg erhöhte sich das Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr um 87 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro, in Frankfurt stieg es um 23 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. In Berlin wurden in den ersten sechs Monaten 2022 Gewerbeimmobilien im Gesamtwert von knapp sechs Milliarden Euro gekauft – soviel wie im Vorjahreszeitraum.

Aufgrund der Indexierung der Büromieten erwarten Experten im Zuge der stark gestiegenen Verbraucherpreise einen Anstieg der Bürorenditen vor allem bei bereits vermieteten Bestandsgebäuden. „Die Durchschnittsmiete neuvermieteter Münchner Büroimmobilien ist um 13 Prozent am Gesamtmarkt und um sieben Prozent in Zentrumslagen gestiegen“, sagt  Peter Bigelmaier, Geschäftsführer von Colliers und Head of Office Letting in München. Die Durchschnittsmiete neu vermieteter bestehender Büroimmobilien in München beträgt 22,30 Euro und die der neuerbauten Büroimmobilien 30 Euro pro Quadratmeter und Monat. Die Spitzenmiete ist um neun Prozent auf 42,50 Euro gestiegen.

Quellen: Colliers, JLL, immobilienreport vom 06. Und 07.07.2022

Bildnachweis: oben – Olympia Business Center - © Ulrich Lohrer; klein: Manuel Allers © Colliers