Fassadenpreis 2015: Bankpalast am Promenadenplatz

Im November 2015 zeichnete die Landeshauptstadt München 25 private Gebäude mit dem Fassadenpreis 2015 aus und erwähnte sechs Gebäude der öffentlichen Hand lobend. Ausgezeichnet wurde auch der prächtige Bankpalast der HVB am Promenadenplatz.

 

Nur 16 Jahre nach der von König Ludwig II erteilten Konzession zur Gründung der Bayerischen Vereinsbank im Jahre 1869 wurde für die neue Großbank ein prächtiges Gebäude errichtet. Der Entwurf stammte von dem Berliner Architekten Wilhelm Martens,  der in der Reichshauptstadt Berlin bereits zwei große Bankpaläste errichtet hatte. Erbaut wurde das Gebäude in der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße am Promenadenplatz im Kreuzviertel der Münchner Altstadt durch Münchner Firmen unter dem Baumeister und Architekten Albert Schmidt.

„In München galt der im Hochrenaissancestil errichtete Bankpalast als das erste Beispiel eines nach streng technisch-künstlerischen Gesichtspunkten ausgeführten privaten Zweckbaus.“ (Steffan 1969). Der Bau setzte mit drei neuartig hohen Geschossen, den kraftvollen plastischen Details und seinem Haupteingang mit dekorativem und kuppelartigem Aufsatz im Münchner Geschäftshausbau neue Maßstäbe. Nach und nach wurde durch Erwerbungen umliegender Gebäude, deren Abriss und Neubau der Komplex erweitert. Nach dem Luftangriff vom 24. April brannte das Gebäude völlig aus und wurde 1948 bis 1952 nach Entwürfen des Architekten Carl Sattler vereinfacht wiederaufgebaut.

Im Rahmen der nun durchgeführten Fassadeninstandhaltung waren umfangreiche Ausbesserungen notwendig. Die Natursteinbauteile sandeten beispielsweise stark ab und zeigten Ausblühungen. Im Traufbereich waren erhebliche Feuchteschäden vorhanden. Alle Steinschäden wurden in bester handwerklicher Qualität repariert und die Verfugungen fachgerecht erneuert. Um weitere Schädigungen durch Feuchteeintritt für die Zukunft zum vermeiden, ließ die Bauherrin die alte, innenliegende Dachrinne entfernen und gegen eine außenliegende ersetzen. Die Gauben- und Giebelfenster konnten in Form von ansprechenden Holzisolierglasfenstern erneuert werden. Die Putze wurden fachgerecht ausgebessert und im Bestandsfarbton neu gestrichen.

Die durchgeführte Sanierung zeigt, wie sinnvoll es ist, einen regelmäßigen Bauunterhalt durchzuführen. Dadurch gelang es in vorbildlicher Art und Weise, das Gebäude rechtzeitig vor weiteren Schäden zu schützen und wieder neu erstrahlen zu lassen. Es ist eines von 25 Gebäuden, dass mit dem Fassadenpreis 2015 der Landeshauptstadt München ausgezeichnet wurde.

 

Quellen: Pressemeldung des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München vom 11.11.2015; Heinrich Habel, Johannes Hallinger, Timm Weski: Denkmäler in Bayern – Landeshauptstadt München, Mitte, Band 2, Seite 363, 364; Franz Steffan: Bayerische Vereinsbank, 1969

Bildnachweis: Landeshauptstadt München / Foto Maja Kaltenbach