Fassadenpreis 2015: Stolzes Geschäftshaus am Marienplatz

Im November 2015 zeichnete die Landeshauptstadt München 25 private Gebäude mit dem Fassadenpreis 2015 aus erwähnte sechs Gebäude der öffentlichen Hand lobend. Eines ausgezeichneten Häuser ist ein nobles Geschäftshaus in Münchens zentralster Lage, dem Marienplatz.

 

Das fünfgeschossige Wohn- und Geschäftshaus mit der Adresse Marienplatz 21 im Herzen der Münchner Altstadt befindest sich östlich des Gebäude mit der Buchhandlung Hugendubel (Marienplatz 22) und südlich gegenüber des Rathauses . Es ist das einzige Haus, dass noch von der Bebbauung an der Südseite des Marienplatz vor dem Zweiten Weltkrieg erhalten blieb. Es wurde 1911 anstelle eines in der Biedermeierzeit errichteten Geschäftshaus des Weinhändler August d´ Orville von der Firma Hage und Poelt, die ihr Bekleidungsgeschäft von der Kaufingerstraße Ecke Rosenstraße zum Marienplatz verlagerten, erbaut. Das Gebäude wurde nach Plänen von Georg Meister unter künstlerischer Mitwirkung von Oswald Eduard Bieber errichtet. Es fällt durch seine historisierenden Formen auf. Heute befindet sich in dem Gebäude eine Filiale der Deutschen Bank.

Nachdem bereits vor einigen Jahren die vormals grüne Fassade passend zur Fassadengliederung steinfarben gestrichen worden war, stand nun die Erneuerung der Fenster an. Durch die ungeteilten Fensterverschlüsse moderner Einscheibenfenster war der Charakter des Gebäudes stark verfälscht worden. Ursprünglich befanden sich in den beiden Ladengeschossen bereits ungeteilte Schaufenster, in den Geschossen darüber und im Erker dagegen geteilte Fenster. Glücklicherweise existiert eine gute Fotografie des Gebäudes aus der Zeit direkt nach dessen Erbauung. Anhand dieses Fotos wurde die Ausbildung der neuen Fenster festgelegt. Es handelt sich um gut proportionierte und sorgfältig ausgeführte Galgenfenster mit Sprossen in Form von Holzisolierglasfenstern.

Erst durch den Einbau der neuen, geteilten Fenster wird die ursprüngliche Intention der Architekten hinsichtlich der Fassadengestaltung wieder verständlich. Der Marienplatz, als Zentrum der Stadt, erfuhr durch die beschriebene Maßnahme eine erhebliche Aufwertung.

Das Haus ist eines von 25 Gebäuden, dass mit dem Fassadenpreis 2015 der Landeshauptstadt München ausgezeichnet wurde.

 

 

Quelle: Pressemeldung des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München vom 11.11.2015; Heinrich Habel, Johannes Hallinger, Timm Weski: Denkmäler in Bayern – Landeshauptstadt München Mitte, Band 2, Seite 567; 

 

Bildnachweis: Landeshauptstadt München / Foto Maja Kaltenbach