Sendlinger Feld: Grünes Licht für neue Großmarkthalle durch UGM

Der Münchner Stadtrat hat sich am 13. Februar 2019 für den Bau und Betrieb durch privaten Investor UGM entschieden. Das Modell wurde bereits im Kommunalausschuss beschlossen. Neubau könnte bis Mitte der 2020er Jahre fertiggestellt werden.

 

Am Mittwoch hat der Münchner Stadtrat bei der Vollversammlung positiv über den Beschluss des städtischen Kommunalausschusses und damit über die Zukunft des Großmarktes im Sendlinger Feld im Münchner Stadtbezirk Sendling beschlossen. Demnach erfolgt Bau und Betrieb der neuen Großmarkthalle durch den Investor Umschlagzentrum Großmarkt München (UGM) GbR, ein Familienunternehmen, dessen Sitz sich bereits seit Jahren auf dem Großmarktareal befindet, und das die Bedürfnisse der Händler sowie die Gegebenheiten vor Ort gut kennt.

Der 310.000 Quadratmeter große alte Großmarkt München ist nicht mehr zeitgemäß. Die Hallen sind zum Teil marode und erfüllen nicht mehr die modernen Anforderungen eines logistischen Großbetriebs. Die Stadt wollte erst selbst neu bauen, dann einen Investor ins Boot holen und die Hallen zurückmieten. Umgesetzt wurde nichts, weshalb die Händler des Großmarktes mehrheitlich die Entscheidung begrüßen. „Mit diesem Entschluss beweist die Stadt München Weitsicht, eine Daseinsvorsorge zu bewahren, die es in immer weniger europäischen Metropolen gibt: einen innerstädtischen Großmarktstandort“, sagt Christa Heidingsfelder, Generalbevollmächtigte der UGM GbR. Im nächsten Schritt werden Stadt und UGM Verhandlungen über einen entsprechenden Erbpachtvertrag und das benötigte Baurecht aufnehmen. Außerdem startet die UGM mit einer Machbarkeitsstudie in tiefer gehende Planungen, um eine verbindliche Aussagen über Bauzeit und Kosten geben zu können. Durch den Beschluss erhalten die Händler die dringend benötigte Planungssicherheit.

„Mit dem Beschluss zum Bau und Betrieb durch einen privaten Investor sichert sich die Stadt nicht nur eine zügige Umsetzung des Vorhabens bis Mitte der 2020er Jahre. Sie eröffnet sich durch die Neuordnung des Areals zusätzlich städtebauliche Perspektiven inklusive nennenswerter innerstädtischer Wohnbebauung, die sonst nicht möglich wäre“, sagt Christa Heidingsfelder. Die Details des künftigen Großmarktes sollen in enger Abstimmung mit Planungsreferat und Händlern erarbeitet werden. „So kann sichergestellt werden, dass die Händlerbedürfnisse und Interessen optimal berücksichtigt werden.“ 

Der ursprüngliche Entwurf von Ackermann Architekten München, der als Siegerentwurf aus dem 2014 von der Landeshauptstadt München ausgelobten Wettbewerb hervorging, wurde offenbar zugunsten eines Entwurfs von MPRDO Mauz Pektor Architekten fallengelassen. Die geplante neue mehrstöckige Großmarkthalle soll auf den derzeitigen Grundstücken der UGM GbR im Süden des Großmarktareals, gegenüber dem Heizkraftwerk München-Süd, östlich der Schäftlarnstraße entstehen. Auf Nachfrage des immobilienreport wollte die UGM keine Angabe über die zu erwartenden Kosten machen. „Eine Schätzung der Kosten des Neubaus wäre aus aktueller Sicht reine Spekulation. Die UGM GbR wird erst nach tiefergehenden Planungen genaue Auskunft zu den Kosten geben können. Es lässt sich jedoch vermuten, dass es sich um einen dreistelligen Millionenbetrag handeln wird.“

Der Vorteil des Modells des geplanten Neubaus des Areals an der Schäftlarnstraße wäre, dass dies weiterhin den Betrieb des Großmarktes bis zur Fertigstellung zulässt und die Händler nur einmal umziehen müssten. Dadurch werden Kosten und Zeit gespart. Zudem würden im Nordwesten, vor allem rund um die Altbauten 14 Hektar an Flächen freigemacht. Über die Flächen würde die Stadt verfügen – und könnte zum Beispiel bis auf geschätzte 1500 Wohnungen bauen.

Über die Umschlagzentrum Großmarkt München (UGM) GbR
Die Umschlagzentrum Großmarkt München GbR ist bereits seit 1986 als privater Hallenbetreiber auf dem Areal des Großmarktes tätig und verwaltet dort drei Umschlaghallen für die Großmarkthändler.

Quelle: UGM vom 14.02.2019

Bildnachweis: © UGM GbR, agn Ludwigsburg GmbH/MPRDO Mauz Pektor Architekten.