Altstadt: Hofbräuhaus Parkgarage eröffnet

München darf sich über seinen ersten neuen Mobilitätshotspot freuen: Nach fünfjähriger Bauzeit wurde am 1. März 2021 mit der Hofbräuhaus Parkgarage zwischen Maximilianstraße und Isartor – Deutschlands wohl modernste Parkgarage eröffnet.

 

Das innovative Park- und Sharing-Konzept des Mobilitäthotspots ersetzt mit den 520 Stellplätzen der integrierten Hofbräuhaus Parkgarage das in die Jahre gekommene Parkhaus an der Hildegardstraße. 

Auf drei Etagen – taghell mit energiesparenden LED-Bewegungssensoren beleuchtet – stehen in der Hofbräuhaus Parkgarage unter den 520 Stellplätzen zunächst auch 18 Ladestationen für E-Autos rund um die Uhr zur Verfügung. Durch bauliche Vorkehrungen ist je nach Bedarf ein Ausbau der Infrastruktur für E-Mobilität vorgesehen, der alle Stellplätze umfassen kann. Nach einer Übergangszeit von vier Wochen wird das in die Jahre gekommene Parkhaus an der Hildegardstraße endgültig geschlossen und für den Abbruch vorbereitet. Der Zeitraum bis 1. April 2021 wird als Pre-Opening-Phase genutzt, um alle Navigations- und Parkleitsysteme zu aktualisieren wie auch die Mobilitäts- und Logistikangebote zu finalisieren. Erst dann geht die Tiefgarage mit dem Mobilitätshotspot in ihrer Gesamtheit faktisch in Betrieb. Am 1. April 2021 nimmt im Zwischengeschoss – dem sogenannten Basement – die integrierte Mobilitätsstation ihren Betrieb auf. Hier können Fahrradboxen, E-Roller, Fahrräder und E-Bikes per App gemietet werden. Zudem werden demnächst Packstationen (unter anderem DHL) installiert – ein Service, der sich auch an die Nachbarschaft und Dauerparkende richtet, die sich Pakete bequem dort abholen können. Auch aus Sicht von Münchens Kommunalreferentin ein zukunftsweisendes Konzept: "Die innovative Integration von E-Mobilität, Car-Sharing, Scooter und Radlverleih ist beispielhaft für die Zukunft", so Kristina Frank (CSU), Kommunalreferentin.

Damit wird ein wichtiger Beitrag geleistet, den Autoverkehr innerhalb der Altstadt deutlich zu reduzieren. Die Angebote des integrierten Mobilitätshotspots bieten die Wahl zwischen Rad, E-Bike und E-Scooter. „Um die Vielfalt in der Innenstadt bewahren zu können, müssen wir die gute Erreichbarkeit der Läden und Lokale sicherstellen. Ein leistungsfähiger Altstadtring gehört ebenso dazu wie der neue Radlring", erklärt Wolfgang Roeck, Geschäftsführer von Wöhr + Bauer. Da die neuen Stellplätze das Fina-Parkhaus an der Hildegardstraße überflüssig machen, hebt Roeck die städtebauliche Relevanz des Bauwerks hervor, die weit über das Angebot neuer Abstellmöglichkeiten hinausreiche. " Nachbarschaft, Beschäftigte im Umfeld wie auch Nutzerinnen und Nutzer der Parkgarage können ihre Pakete direkt in den Logistikbereich des Mobilitäthotspots liefern lassen. Durch die integrierten Paketstationen könne der Lieferverkehr im Lehel und in der Altstadt weiter reduziert werden. 

Am Münchner Thomas-Wimmer-Ring geht ein innovatives Mobilitätskonzept in die Umsetzung, von dem Stadt, Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besucherinnen und Besucher gleichermaßen profitieren. Der Mobilitätshotspot ist ein zentraler Baustein in Richtung autoberuhigte Altstadt. Die neue Tiefgarage biete die Möglichkeit, "unsere Idee einer möglichst autofreien Altstadt weiter umzusetzen und den Menschen wieder mehr Raum und Aufenthaltsqualität zu geben“, teilte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zur Eröffnung mit. 

Quelle: Pressemeldung Wöhr + Bauer vom 01.03.2021

Bildnachweis: Wöhr + Bauer

 

Dezember 2016: Grünes Licht für TOM

Am 23. November 2016 hat der Stadtrat die Voraussetzungen für den Bau der Tiefgarage „Tom“ am Thomas-Wimmer-Ring geschaffen. Projektentwickler Wöhr + Bauer kann somit zum Jahresanfang 2017 mit dem Bau beginnen, der wohl 2020 fertig gestellt sein wird. Danach kann ein größeres Bauvorhaben gestartet werden

Der Stadtrats-Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung hat mit dem Satzungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2018 die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Parktiefgarage zwischen dem Altstadtviertel Graggenau und dem Lehel im 1. Münchner Stadtbezirk geschaffen.

In einem ersten Schritt kann somit ab 2017 mit der Errichtung der Parktiefgarage mit etwa 520 Stellplätzen unter dem Thomas-Wimmer-Ring begonnen werden (siehe Visualisierung Einfahrt oben, Lageplan links). Nach Fertigstellung der Parktiefgarage ist der Weg frei für den Abriss des bestehenden Parkhauses an der Hildegardstraße. An dieser Stelle können dann die Gebäude für die Hotelerweiterung des Mandarin Oriental mit ergänzendem Einzelhandel und Wohnen errichtet werden.

Das Projekt Tom und Hilde

Das Projekt liegt im Herzen der Altstadt und gliedert sich in zwei Vorhaben: In der Hildegardstraße, wo jetzt noch das Fina-Parkhaus steht, sollen mit dem Projekt „Hilde“ das Hotel Mandarin Oriental erweitert sowie Büros, Einzelhandel, Gastronomie und Wohnungen geschaffen werden. Die wegfallenden Parkplätze werden in ein neues unterirdisches Parkhaus am Thomas-Wimmer-Ring, dem Prohekt „Tom“  verlegt.

Die 1,8 Hektar große Fläche liegt im kleinteiligen, dicht bebauten Graggenauviertel. Bei der Grundstücksvergabe hat die Projektgesellschaft Wöhr + Bauer in einem europaweiten, zweistufigen Vergabeverfahren des Kommunalreferats den Zuschlag erhalten und für beide Teilbereiche Antrag auf Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans gestellt. Dem Bebauungsplanverfahren wurden zwei Wettbewerbe, die Wöhr + Bauer auslobte, vorgeschaltet. Das Projekt wird umgangssprachlich "Tom und Hilde" genannt.

Tom: Tiefgarage am Thomas-Wimmer-Ring

Die dreigeschossige Tiefgarage Tom wird zwischen der Herrn- und Hildegardstraße errichtet und bietet Platz für 520 Stellplätze. 33 davon sind für Anwohnerinnen und Anwohner gedacht und 20 für die Straßenreinigung. Der Neubau bietet die Chance für ein freiraumplanerisches und stadträumliches Gestaltungskonzept. 

Ende Januar 2014 hatte das Preisgericht den Wettbewerbssieger für die Oberflächengestaltung der geplanten Tiefgarage am Thomas-Wimmer-Ring gekürt. Der Entwurf von Stefanie Jühling Landschaftsarchitektin/Stadtplanerin und Steidle Architekten überzeugte die Jury mit einem schlüssigen Konzept, spannenden Materialien, innovativer Technik und einer farblichen Hommage an das benachbarte Völkerkundemuseum. „Der Siegerentwurf macht aus dem Erschließungsbauwerk der Tiefgarage ein teiltransparentes und exklusives Möbelstück mit Ausstrahlung“, sagt Wolfgang Roeck, Geschäftsführer der Wöhr + Bauer GmbH. „Zugleich hat das Team einen wegweisenden Vorschlag für die neue Fußgängerunterführung durch die Tiefgarage vorgelegt“, sagt Wolfgang Roeck. Nach aktueller Planung sieht der Übergang auch eine Fahrradverleihstation vor (siehe Schnitt links, Visualisierung links unten).

Zwei Neubauten an der Hildegardstraße

Nach Abriss des Fina-Parkhauses soll mit dem Bau des Projekts Hilde begonnen werden: Das benachbarte Hotel Mandarin Oriental wird durch einen Neubau erweitert und unterirdisch sowie über zwei Brücken im zweiten Obergeschoss mit dem bestehenden Hotel verbunden werden. Ergänzt wird dieser Neubau durch ein zweites Wohn- und Geschäftshaus mit 20 Wohnungen und einer Tiefgarage mit 140 Stellplätzen. Im Erweiterungsbau des Hotels an der Neuturmstraße sollen 51 Zimmer, ein unterirdischer Spa- und Wellness-Bereich, ein Restaurant mit Außenflächen und kleinflächiger Einzelhandel untergebracht werden. Zwischen den beiden neuen Gebäuden entsteht eine Gasse in Verlängerung der Falckenbergstraße, die mit ihrer Aufweitung zum Flanieren und Erholen einlädt.

Verfahrensstand

Von 29. August bis 29. September 2016 fand die Öffentlichkeitsbeteiligung nach §3 Absatz 2 BauGB statt. Die Quartiersentwicklung selbst gliedert sich nach Angaben des Projektentwicklers in zwei Schritte: Ursprünglich sollte 2018 die Tiefgarage "Tom" fertig sein, realistischer ist wohl eine Fertigstellung in 2020. Dann erst wird das alte Parkhaus abgerissen und durch "Hilde" ersetzt.

Quellen: Pressemeldung des Referat für Stadtplanung und Bauordnung vom 23.11.2016; Wöhr + Bauer vom Januar 2014

Bildnachweis/ Visualisierung: Wöhr + Bauer