Schönfeldvorstadt: Klassizistisches Vorstadthaus

Zwischen mächtigen Palästen in der Von-der-Tann-Straße fällt das kleine, weit von der Straße zurückgesetzte Vorstadthaus auf. Es wurde noch zur Zeit der napoleonischen Kriege erbaut und wird heute gewerblich genutzt.

 

Das kleine freistehende Vorstadthaus wurde 1814 nach Plänen von Rudolf Röschenauer erbaut. Das dreigeschossige Walmdachhaus gehört zur ersten Bebauungsschicht an der damaligen Frühlingstraße, die heute Von-der-Tann-Straße heißt und sich im Bezirksteil Schönfeldvorstadt der Maxvorstadt befindet. Damals war das Gebiet nördlich der Stadt noch von hinter Vorgärten stehenden, villenartigen Wohnhäusern geprägt. „Die Gestaltung ist einfach, von dezenter Vornehmheit, mit Gurtgesims über dem Erdgeschoss und reich profiliertem Traufgesims.Üner der Tür in der Gebäudemitte befindet sich heute noch ein Tondo mit Madonnenrelief, wo sich früher eine kleine Rundbogennische mit einer Figur befand.

Um 1850 gehörte das Haus der Hofmusikerswitwe Cäcilie Weidenhiller, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war es Wohnsitz des Malers Ludwig Bolgiano. Die Bayerische Handelsbank ließ es um 1981 entkernen und für ihre Zwecke ausbauen. Erhalten blieb nur der mächtige tonnengewölbte Keller.

Das Gebäude befindet sich im Eigentum von Quantum Immobilien und ist Bestandteil des Ensembles Ludwigpalais mit den Gebäuden Ludwigstraße 6/8/10 sowie Von-der-Tann-Straße 2. Es dient zur Büro- (175 Quadratmeter) und Wohnnutzung (385 Quadratmeter).

Quellen: Heinrich Habel, Johannes Hallinger, Timm Weski: Denkmäler in Bayern, Landeshauptstadt München, Mitte, Band 3; Seite 1195

http://ludwigpalais.de/pdf/ludwigpalais.pdf

Bildnachweis: Von-der-Tann-Straße 3, Foto: Ulrich Lohrer