Fassadenpreis 2015: Geschäftshaus mit neoklassizistischer Natursteinfassade

Im November 2015 zeichnete die Landeshauptstadt München 25 private Gebäude mit dem Fassadenpreis 2015 aus und erwähnte sechs Gebäude der öffentlichen Hand lobend. Eines der ausgezeichneten Häuser ist ein edel gestaltetes Geschäftshaus in der Altstadt.

 

Das dreigeschossige, neuklassizistische Altstadthaus wurde 1908/09 im Kreuzviertel der Münchner Altstadt nach Plänen von des Architekten Max Neumann von der Firma Heilmann und Littmann errichtet. Auftraggeber waren die Schufabrikanten Leopold und Paul Regensteiner, die auf der nur zwölf Meter breiten, aber 50 Meter tiefen Altstadtparzelle ihr neues Geschäfts- und Schuhhaus Salamander erbauen ließen. 1928 erwarb die Bayerische Beamtenversicherung das Gebäude.

Max Neumann sparte in der Mitte der Nordseite einen schmalen Hof aus und legte neben ihm im Zentrum ein ovales Treppenhaus an. Der Zugang erfolgt entlang der Nordwand durch einen langen Flur, den Neumann, wie die Treppe, in frühsachlicher Schlichtheit entwarf. Lediglich die beiden in jedem Geschoss nebeneinanderliegenden Wohnungstüren mit Oberlicht wurden aufwendiger gestaltet. Heute nimmt die Bank – durch den Treppenbereich in der Mitte verengt – das ganze Erdgeschoss ein.

Bemerkenswert ist vor allem die vornehm neuklassizistische Fassade, aufwendig mit Lisenen gegliedert aus Naturstein bestehend, über den Muschelkalk im Erdgeschoss zwei Geschosse zusammenfasst. Dort befinden sich die büroräume,darüber – durch ein Gesims abgetrennt ein Wohngeschoss.

Ziel der Fassadeninstandsetzung war es, diese für München seltene Natursteinfassade fachgerecht zu reinigen und zu reparieren. Darüber hinaus ließ die Bauherrin die Nagelfluhverkleidung der um 1950 eingebauten Arkade im Erdgeschoss gegen eine, zu den Obergeschossen passende Verkleidung aus Muschelkalk austauschen und die gesamte Arkade neu gestalten. Die Balkongeländer wurden ebenfalls repariert und fehlende Teile ergänzt. Besonders bemerkenswert ist dabei die Entfernung des auf das Geländer aufgesetzten Werbeschriftzugs.

Der Bauherrin gelang es in vorbildlicher Art und Weise, die Fassade in ihrem Erscheinungsbild wesentlich aufzuwerten und in sich stimmig zu gestalten. Es ist eines von 25 Gebäuden, dass mit dem Fassadenpreis 2015 der Landeshauptstadt München ausgezeichnet wurde.

 

Quelle: Pressemeldung des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München vom 11.11.2015; Heinrich Habel, Johannes Hallinger, Timm Weski: Denkmäler in Bayern, Landeshauptstadt München – Mitte, Band 3, Seite 1200

Bildnachweis: Landeshauptstadt München / Foto Maja Kaltenbach