Obersendling: Neue Sachlichkeit mit dem Freiland-Wohnblock

Das viergeschossige Wohngebäude entlang der Aidenbachstraße hebt sich durch die sachlich gestaltete Architektur von den Nachbargebäuden ab. Der von Emil Freymuth entworfene Wohnblock sollte ursprünglich ein Teil der größer geplanten Siedlung Freiland werden.

 

Die Siedlung Freiland befindet sich in dem Wohnblock in der Aidenbachstraße (mit den Hausnummern 87, 87a, 89, 91, 93,95,97,99) in Obersendling des 19. Münchner Stadtbezirks südlich des Kisterhofs.

Bauherr war, wie beim schräg gegenüberliegenden Baublock die „Baugenossenschaft für Kleinwohnungsbauten Freiland“. Doch während sich die benachbarte Wohnanlage mit ihrem Mansarden dach und ihren bewussten Unregelmäßigkeiten eine malerische Gesamtwirkung anstrebt, ist der von Emil Freymuth gestaltete Wohnblock sachlich gehalten. Er ist eines der in München selten anzutreffenden Gebäude der Neuen Sachlichkeit, die zur Zeit der Weimarer Republik errichtet wurden. Die Wohnanlage sollte ursprünglich einen lang gestreckten, von vier Straßen umgebenden Baublock, ausfüllen. Dieser sollte zwei Innenhöfe enthalten und eine Erschließungsstraße, die den Block in der Mitte quer durchschneiden sollte, enthalten.

Ausgeführt wurde allerdings nur die westliche Randzeile des südlichen Teils entlang der Aidenbachstraße. Der viergeschossige Zeilenbau setzt sich aus der Reihung gleicher Hauseinheiten zusammen, die pro Stockwerk jeweils zwei symmetrisch angeordnete Wohnungen enthalten. Eine Wohnung besteht  aus zwei Zimmern, Küche und Bad.

Der südliche Kopfbau (Bild links) weist eine reiche Gestaltung mit farblich weiß gehaltene  Balkonen sowie im Erdgeschoss einen Laden auf. Die Zeile wurde in den 1930er-Jahren ein Stück nach Norden und von der Aidenbachstraße etwas zurückgesetzt erweitert.

 

Quelle: Denis A. Chevalley, Timm Weski: Denkmäler in Bayern – Landeshauptstadt München, Südwest, 1; Seite 39

Fotografien: Ulrich Lohrer