Das Atelierhaus des Villenkolonie-Gründers August Exter

Durch sorgfältige Renovierung erstrahlt das alte Atelierhaus von August Exter, dem Schöpfer der Pasinger Villenkolonie I, wieder in neuem altem Glanz. Das Gebäude wurde aufgrund feinfühliger und aufwendiger Restaurierung mit dem Fassadenpreis 2015 der Landeshauptstadt München ausgezeichnet.

 

Ein gutes Beispiel, wie ein über Jahre hinweg vernachlässigtes Gebäude durch die beherzte Initiative der Eigentümer in ganz neuem Glanz erscheint ist die Renovierung des  Atelierhaus von August Exter (1858 – 1933) in der Villenkolonie Neu-Pasing II (siehe Bild links und Fassadendetails oben). Es wurde errichtet 1897und verlor ab dann nach und nach an Glanz. Nach einigen An- und Umbaumaßnahmen erfuhr das Gebäude 1981 eine Aufstockung und eine Veränderung des Daches. Diese Aufstockung blieb ein unvollendetes Stückwerk.

Schließlich beschloss der Eigentümer die Sanierung und entschied sich bewusst dafür, die bewegte Baugeschichte aller Epochen zu respektieren. Dabei konnten drei bestehende Kastenfenster aus der Bauzeit erhalten und durch Holzfenster mit Fensterläden ergänzt werden. Die Eingangstür wurde nach historischem Vorbild mittels 3 D-Scan neu angefertigt. Ebenso erneuerte man die Dachflächenfenster. Das Ziegelmauerwerk des unvollendeten Giebels wurde komplett verputzt. Die gesamte Fassade erhielt abschließend einen hellen, sandfarbenen Anstrich.

Die Jury des Fassadenpreises 2015 der Landeshauptstadt München würdigte die Maßnahmen „als ein sehr anschauliches Beispiel, wie ein über Jahre hinweg vernachlässigtes Gebäude durch die beherzte Initiative der Eigentümer in ganz neuem Glanz erscheint und somit zu einer bemerkenswerten Aufwertung für die gesamte Villenkolonie führt.“

Das Atelierhaus wurde nach einem Entwurf von August Exter als Standardtyp 3 in der Villenkolonie II Neu-Pasing im heutigen Bezirksteil Obermenzing im Stadtbezirk Pasing-Obermenzing erbaut. Die Villenkolonie II ging wie die Villenkolonie I auf Exters Idee zurück, wurde dann jedoch nicht von ihm, sondern um 1900 von der Terraingesellschaft Neu Westend des Frankfurter Bankhauses Lazard-Speyer Ellissen errichtet.

Das Haus in der Apfelallee 6 ist eines von insgesamt 25 Häuser, die am 11. November 2015 vom Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung für den Fassadenpreis 2015 ausgewählt wurde, der seit 1969 alle zwei Jahre in München verliehen wird.

Quellen: Pressemeldung des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München vom 11.11.2015, Würdigung der zur Prämierung vorgeschlagenen Fassaden

Fotografie: Landeshauptstadt München / Maja Kaltenbach