Untergiesing: KGAL erwirbt Wohnprojekt an der Candidstraße

Die KGAL Investment Management GmbH & Co. KG (KGAL) hat für den KGAL Wohnen Core 3-Fonds ein Wohnbauprojekt von der Candid Immobilien Projekt GmbH & Co. KG des Privatinvestors Winfried Kunz erworben. Die Quartiersentwicklung mit 355 Wohneinheiten soll Ende 2023 fertiggestellt sein. 

 

Der vorläufige Kaufpreis soll laut einem Bericht der „SZ“ 148 Millionen Euro betragen, könne aber je nach Mietertrag auf 160 Millionen Euro steigen. Die „Zielmieten“ für die frei finanzierten Wohnungen betrügen laut Kaufvertrag 15,50 bis 26 Euro pro Quadratmeter, so eine von der „SZ“ zitierte Vorlage aus  dem Kommunalreferat. 

Die Wohnanlage entlang der Candidstraße einerseits sowie der Krumpterstraße 9-23, der Hans-Mielich-Straße 30-36 und der Agilolfingerstraße 35-37 andererseits im Bezirksteil Untergiesing des Münchner Stadtbezirk Untergiesing-Harlaching wurde 1952 mit 228 Wohnungen erbaut und war bis 2010 im Eigentum der GBW, damals noch eine Wohnungsgesellschaft des Freistaats Bayern. Danach wurde es von der Rock Capital Group erworben und an die Candid Immobilien Projekt GmbH & Co. KG des Privatinvestors Winfried Kunz verkauft. Diese schrieb einen Architektenwettbewerb aus, nach dessen Vorgabe einen Teil der Anlage abgerissen und durch Aufstockungen und Neubau eines Wohnhochhauses auf insgesamt 355 Wohneinheiten erweitert werden sollte. Der erste von drei Bauabschnitten ist bereits fertig, der Rest soll bis 2024 folgen. Die Landeshauptstadt München,

die den Investoren Befreiungen von den Vorgaben des Bebauungsplans und damit das Baurecht für die zusätzlichen Wohnungen für die Schaffung von 69 Mietwohnungen gemäß der "Einkommensorientierten Förderung" (EOF) gewährte, verzichtete auf ihr Vorkaufsrecht. Laut „SZ“ hatte Kommunalrefentin Kristina Frank der Stadt wegen „erheblicher rechtlicher und finanzieller Risiken" vom Kauf abgeraten. Der vom städtischen Bewertungsamt ermittelte Verkehrswert der Anlage betrage 155 Millionen Euro, der Preis nach dem Vorkaufsrecht aber bis zu 160 Millionen Euro. Die städtische GEWOFAG, die im Fall des vollzogenen Vorkaufsrecht der Stadt die Anlage übernehmen sollte, warnte in einer Stellungnahme für die Stadt „vielen offenen und ungeklärten Punkten des umfassenden Vertragskonvoluts“, einem „finanziellen Risiko im zweistelli- gen Millionenbereich“ und einem „sehr hohen Verlustrisiko bei Insolvenz der Vertragspartner“. Nach dem Branchenpublikation „Thomas Daily“ betrage die Gesamtinvestition 180 Millionen Euro, als Finanzierungspartner habe Projektentwickler Kunz „Activum an der Seite“.

Mit dem Kauf durch KGAL wird die Wohnanlage in den neuen Wohnfonds KGAL Wohnen Core 3 eingebracht. Der KGAL Wohnen Core 3 investiert in ESG-konforme Wohnimmobilien mit nachhaltiger Bausubstanz in den Wohnungsmärkten Deutschlands. Angepeilt ist ein Eigenkapitalvolumen von 500 Millionen Euro. „Die klare, researchbasierte Investmentstrategie, das deutliche ESG Commitment und die schnelle Umsetzung der Dealpipeline überzeugten unsere Kunden. Diese investierten bereits 445 Millionen Euro Eigenkapital in nur wenigen Monaten nach dem Start in den KGAL Wohnen Core 3-Fonds“, so Florian Martin, verantwortlicher Geschäftsführer für die institutionellen Kunden der KGAL Investment Management GmbH & Co. KG.

Quellen: Pressemeldung KGAL vom 22.06.2021; Süddeutsche Zeitung vom 17. Mai 2021, Thomas Daily vom 22.06.2021

Bildnachweis: KGAL Visualisierung