Polizeistatistik: 2018 Tiefstand bei Wohnungseinbrüchen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) stellte am 2. April 2019 die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2018 vor: Danach ist Zahl der Straftaten bundesweit um 3,6 Prozent auf 5,5 Millionen gesunken. So gab es deutlich weniger Wohnungseinbrüche.

 

Am stärksten war der Rückgang der Straftaten in den Bundesländern Sachsen (-13,7 Prozemt), Bremen (- 8,2 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (- 6,6 Prozent). Nayern verzeichnete als einziges Bundesland einen – allerdings nur leichten – Anstieg der Straftaten (+ 0,9 Prozent).

Seehofer konnte sich mit der Vorstellung der PKS 2018 als Überbringer der guten Botschaft präsentieren: „Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt“, sagte des Bundesinnenminister bei der Vorlage der neuen Kriminalitätszahlen in der Bundespressekonferenz in Berlin. „Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung haben wir einen Kriminalitätsrückgang“.

Erfreulich ist insbesondere die Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen seit 2015, als die Anzahl der Wohnungseinbrüche mit mehr als 160.000 Fällen einen Rekordstand erreichten. Die Zahl gemeldeter Wohnungseinbrüche sank 2018 auf einen historischen Tiefstand von 97 504 Fälle, ein minus von 16,3 Prozent gegenüber 2017. Den höchsten prozentualen Rückgang bei den Einbrüchen gab es 2018 demnach in den Ländern Bremen, Nordrhein- und Hamburg. Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) nennt als einen Grund für den Rückgang, dass der Einbruch in eine Privatwohnung seit dem Sommer 2017 zum "Verbrechenstatbestand" gehöre. Die Mindestfreiheitsstrafe wurde von sechs Monaten auf ein Jahr angehoben, die Höchststrafe beträgt nun zehn Jahre. "Damit hat der abschreckende Effekt zugenommen", sagte Mäurer der "Welt am Sonntag". Einen Anstieg hatten als einzige Länder das Saarland und Sachsen-Anhalt zu verzeichnen.

In Bayern ging die Zahl der Wohnungseinbrüche von 2017 mit 6045 in 2018 um 13,8 Prozentauf 5239 Fälle zurück.

„Die Maßnahmen der Länder wirken“, so Seehofer. Aufgrund gestiegener Präventionsmaßnahmen  der Bewohner brechen zudem die Einbrecher die Tat immer häufiger vorzeitig ab. „45 Prozent der Wohnungseinbrüche scheitern bereits im Versuchsstadium“, so der Minister. Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen bleibt hingegen niedrig. Sie stieg von 17,8 Prozent im Jahr 2017 auf zuletzt 18,1 Prozent.

Zurückgegangen ist zudem der Taschendiebstahl um 18,2 Prozent auf 104.196 Fälle (2017: 127.376 Fälle), der Diebstahl an/aus Kfz um 10,7 Prozent auf 247.311 Fälle (2017: 276.928 Fälle) sowie  Raubdelikte um 5,4 Prozent auf 36.765 Fälle (2017: 38.849 Fälle). Dagegen stiegen Straftaten gegen das Waffengesetz um 5,5 Prozent auf 40.104 Fälle (2017: 38.001 Fälle), Rauschgiftdelikte um 6,1 Prozent auf 350.662 Fälle (2017: 330.580 Fälle) sowie die Verbreitung pornografischer Schriften um 13,6 Prozent auf 11.435 Fälle (2017: 10.066 Fälle) an.

Kriminalisten führen den Rückgang der Straftaten auf mehrere Ursachen zurück: Zum einen ist es der Polizei demnach besser gelungen, einige massenhaft verübte Delikte wie Diebstahl zu bekämpfen. Das schlägt sich in den Fallzahlen erkennbar nieder. Zum anderen wurden angesichts der geringeren Zuwanderung weniger ausländerspezifische Vergehen wie illegale Einreise und unerlaubter Aufenthalt registriert.

Weitere Informationen:

Bundesinnenministerium: Polizeliche Kriminalstatistik 2018 (Ausgewählte Zahlen)

Bayern: Polizeiliche Kriminalstatistik 2018 (Pressebericht)

Bildnachweis: klein – Bundesinnenminister Horst Seehofer – Quelle: Henning Schacht; Grafik. PKS 2018