Deutschland: Neuvertragsmieten sinken weiter

Laut dem F+B-Wohn-Index sinken die Neuvertragsmieten im Bundesdurchschnitt im Vergleich des vierten Quartale 2020 zum dritten Quartal 2020 leicht um -0,1 Prozent. Interessant ist die Entwicklung in einigen Städten. 

 

In 27 der 50 teuersten Städte Deutschlands wurden sinkende Neuvertragsmieten registriert. Der Grund: eine geringere Nettozuwanderung und ein höherer Sterbeüberschuss in Deutschland.

Das Statistische Bundesamt schätzt, dass Ende 2020 eine saldierte Netto- zuwanderung von nur noch 180.000 bis 240.000 Menschen zu verzeichnen sein wird. Außerdem muss mit einem deutlich erhöhten Sterbeüberschuss von mindestens 205.000 Menschen gerechnet werden. Die Corona bedingten Sterbefälle seien hier be- reits als verstärkender Faktor signifikant. Auch in den beiden größten deutschen Städ- ten Hamburg und Berlin stagniert die Bevölkerung. 

In München gab es allerdings im vierten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal einen Mietanstieg pro Quadratmeter von durchschnittlich 16,09 Euro auf 16,20 Euro. Laut dem IVD-Institut werden in München nur 14 Prozent der Wohnungen unter 15 Euro pro Quadratmeter angeboten. Bei den Neuvermietungsmieten stand München laut F+B mit Marktmieten von durchschnittlich 16,20 Euro pro Quadratmeter für eine 10 Jahre alte, 75 Quadratmeter große Standardwohnung mit normaler Ausstattung unverändert an erster Stelle – 20 Cent mehr als im Vorquartal. Die uneinheitliche Münchener Mietentwicklung schwankt seit rund sechs Quartalen um die 16-Euro-Grenze bei den Neuvertragsmieten. Zuletzt stiegen diese um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und 0,7 Prozentzum Vorjahresquartal. München bleibt damit die teuerste Stadt Deutschlands. Die Spitzenmieten toppen immer noch knapp die 30 Euro-Marke und liegen exakt bei 30,20 Euro pro Quadratmeter. 

Die Neuvertragsmieten in den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Erding und Freising sanken, in denen von München, Fürstenfeldbruck und Starnberg stiegen sie.

Die vorübergehend sinkenden Neuvertragsmieten im 3. Quartal 2020 in den süddeutschen Universitätsstädten Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Tübingen und Konstanz haben sich im 4. Quartal 2020 so nicht durchgehend bestätigt. „Offenbar ist eine Reihe von Studierenden in der Entspannungsphase der Corina-Pandemie im Sommer und Früh- herbst doch in diese Städte gezogen und haben zu einem Anstieg der Neuvertragsmie- ten beigetragen. F+B erwartet, dass sich diese Entwicklung nach dem Ende der Corona-Pandemie wieder verstetigt und die Wachstumsraten der Vor-Corona-Zeit gezeigt werden“,erklärte F+B-Geschäftsführer Dr. Bernd Leutner. 

Die mit der Wiedervermietung einer Wohnung in Frankfurt am Main (Rangplatz 4) mit im Durchschnitt 11,90 Euro pro Quadratmeter aufgerufenen Neuvertragsmieten wiesen mit +1,6 Prozent im Jahresvergleich einen weiterhin moderaten Anstieg auf. Im Vergleich zum Vorquartal sank das Mietniveau allerdings um deutliche -2,1 Prozent. Stuttgart stand auf Rang 5 mit 11,80 €/m2 und 0,0 % zum Vorjahr. Hamburg (10,50 €/m2, +0,1 Prozent zum Vorjahresquartal), Düsseldorf (10,40 €/m2, +2,7 %) und Köln (10,30 €/m2, +2,6 Prozent) folgten auf den Rangplätzen 19, 27 und 31. Fast alle Standorte übertreffen damit den bundesweiten Wohn-Indexwert für die Neuvertragsmieten von null Prozent im Jahresvergleich z. T. deutlich. „Wir stellen fest, dass es an den Top 7-Standorten gerade im Quartal 4/2020, also nach dem ersten Lockdown, eine deutlich abgeschwächte Mietdynamik gab, die sich z. T. oberhalb (München, Düsseldorf und ganz leicht Köln), z. T. unterhalb (Frankfurt, Stuttgart, Hamburg) des Bundesdurchschnitts bewegte“, erläuterte der F+B-Geschäftsführer. Der Mietmarkt zeigt sich also uneinheitlich, was auch auf Veränderungen in der Struktur der angebotenen Wohnungen und auf veränderte Vermarktungswege zurück- zuführen sein kann, so Leutner. 

Bei den Preisen von Eigentumswohnungen verzeichnete München gegen den Trend der Großstädte im vierten Quartal  gegenüber dem Vorjahresquartal einen Rückgang von 1,5 Prozent auf durchschnittlich 7080 Euro pro Quadratmeter. Noch stärker sanken die Preise in Germering, Fürstenfeldbruck und Olching.

Quelle F+B Pressemeldung vom 11.02.2021

Grafik: F+B Wohn-Index