F+B-Wohn-Index: In München und Stuttgart sinken Neuvertragsmieten

Etwas Entspannung für Neumieter: In jeder zweiten der 50 teuersten Städte gingen 2019 laut dem Marktforschungsunternehmen F+B die Neuvertragsmieten zurück. Zum Vorquartal sanken die Neumieten in München um 0,5 Prozent, in Stuttgart sogar um 1,8 Prozent.

 

Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 4. Quartal 2019 im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent und im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,3 Prozent. „Die mit unserem Index gemessene Wachstumsdynamik hat sich innerhalb des Jahres 2019 in der Gesamtschau des deutschen Wohnimmobilienmarktes abgeschwächt, wobei sich die Teilsegmente allerdings deutlich unterschiedlich entwickelt haben“, erklärte F+B-Geschäftsführer Dr. Bernd Leutner.

 Die Preise für Eigentumswohnungen (ETW) und für Ein- und Zweifamilienhäuser wachsen weiterhin - mit einem Abstand von 0,7 bzw. 1,1 Prozentpunkten allein im 4. Quartal 2019 – deutlich stärker als die Neuvertragsmieten. Eigentumswohnungen verteuerten sich mit einem Preisanstieg von 0,7 % allein gegenüber dem Vorquartal Q3/2019. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern stiegen die Preise um 1,1 Prozent, was eine leicht anziehende Dynamik erkennen lässt, die nach Ansicht von Bernd Leutner auch durch das erfolgreiche Baukindergeld getriggert wird. Im Vergleich zum Vorjahresquartal Q4/2018 liegen die ETW mit 5,4 Prozent deutlich vor den Eigenheimen mit 3,8 Prozent. Beide Objektarten übertreffen damit den Durchschnittswert des F+B-Wohn-Index von 3,3 Prozent und sind nach wie vor für die Gesamtperformance des Wohn-Index verantwortlich.

Im Gegensatz dazu stagnierten die Neuvertragsmieten im Vergleich der Quartale Q4/2019 zu Q3/2019 erneut bei 0,0 Prozent. Damit setzt sich der von F+B seit dem ersten Quartal 2019 berichtete Trend von leicht sinkenden, maximal aber stagnierenden Angebotsmieten weiter fort! Im Jahresvergleich mit dem 4. Quartal 2018 gehen die Angebotsmieten nun sogar leicht um -0,3 Prozent zurück, mit sichtbarer Tendenz nach unten. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau legt eine ähnliche Interpretation für eine sich verfestigende Marktberuhigung nahe. So sind im Vergleich zum Vorquartal in 23 von 50 der teuersten Städte Deutschlands die Mieten gesunken (im Vergleich der Quartale Q3/2019 zu Q2/2019 betraf dies erst 15 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2018 gab es reale Mietpreisrückgänge in elf der teuersten 50 Städte. „Das kann man als Effekt verringerter Ertragserwartungen der Eigentümer bei der Neuvermietung, aber sicher auch als Ankündigungseffekt der geplanten Verschärfung der Mietpreisbremse interpretieren“, kommentierte der Immobilienexperte.

Die Bestandsmieten verteuerten sich bundesweit ganz leicht mit 0,4 Prozent im Vergleich von Q4/2019 zum Vorquartal. Zum gleichen Vorjahresquartal verzeichnete F+B noch ein Anstieg von 1,4 Prozent, „das bedeutet, dass sich entgegen der auf die Metropolen zentrierten Berichterstattung über die Neuvermietungsmieten im bundesweiten Fokus die Bestandsmieten als deutlich wachstumsstärker erweisen als die Neuvertragsmieten“, bemerkte der F+B-Gründer. 

Quelle: F+B vom 20. Januar 2020

Foto: Ulrich Lohrer