Ferienimmobilien: Begehrtes Refugium in der Pandemie

Trotz der Pandemie weisen Ferienwohnungen eine hohe Auslastung auf. Zunehmend werden sie auch als Homeoffice genutzt. Auch die Kaufpreise zeigen einen klare Richtung: nach oben.

 

Laut dem Statitischen Bundesamt wiesen Ferienwohnungen im Sommer mit 58,3 Prozent eine höhere Auslastung als Hotels (43,1 Prozent) auf. Nach dem „Marktbericht Ferien-immobilien Deutschland 2021“ des Maklers Engel & Völkers werden Ferienimmobilien vor allem an der Nord- und Ostsee vermietet, während sie in Bayern selbst genutzt werden. Die Preise sind stark gestiegen. Eigentumswohnungen in Garmisch-Partenkirchen kosten von 7000 bis 10.000 Euro pro Quadratmeter, am Tegernsee zwischen 14.000 bis 20.000 Euro pro Quadratmeter. Traditionelle Ferienorte wie Garmisch stellen sich zunehmend auch mit Bauten in moderner und nachhaltiger Architektur – wie das mit dem BDA Preis Bayern ausgezeichnete Quartier Garmisch von Beer Bembé Dellinger (Foto oben) – auf dieses Klientel ein.

Bei der Entscheidung für den Kauf einer Ferienimmobilie spielt eine Reihe von Faktoren eine entscheidende Rolle. Das wichtigste Kaufkriterium bleibt jedoch nach wie vor die Lage. Im Rahmen der Untersuchung wurden insgesamt 506 Ferienimmobilien-Besitzer sowie 511 Personen, die in den nächsten ein bis zwei Jahren den Kauf einer Ferienimmobilie planen, befragt. Die Erhebung wurde vom 29.06. bis 30.07.2021 mithilfe des repräsentativen Online-Panels forsa.Omninet durchgeführt. „Wir beobachten einen zunehmenden Trend zum Erwerb von Ferienimmobilien als Renditeobjekte sowie die Nutzung als Ort für Remote Working als Alternative zum meist städtischen Erstwohnsitz”, sagt Sven Odia, CEO der Engel & Völkers Unternehmensgruppe

Eigennutzung, Renditechancen und Vermietungsdauer

„Während der Großteil der Besitzer von Ferienimmobilien (70 Prozent) ihr Objekt meist selbst nutzt, haben potenzielle Ferienimmobilien-Käufer vermehrt auch das Renditepotenzial im Blick“, konstatiert Sven Odia. Nur etwa jeder fünfte Eigentümer teilt sein Objekt zeitweise (21 Prozent). In diesem Fall wird die Immobilie von den meisten Besitzern für einen Zeitraum zwischen 17 und 32 Wochen vermietet (38 Prozent). 

Von den Ferienimmobilien-Interessenten hingegen planen nahezu zwei Drittel (65 Prozent), ihr Objekt sowohl selbst zu nutzen als auch in die Vermietung zu geben. Der anvisierte Vermietungszeitraum beträgt dabei manchmal sogar mehr als 32 Wochen (24 Prozent). Knapp ein Drittel beabsichtigt, ihre zukünftige Immobilie ausschließlich zur Eigennutzung zu erwerben (32 Prozent).

Ausblick: Remote Working in der eigenen Ferienimmobilie im Trend

Insgesamt 41 Prozent der derzeitigen Ferienimmobilien-Besitzer nutzen ihr Objekt auch zum mobilen Arbeiten. Dieser Trend war bereits schon vor der Corona-Pandemie zu erkennen und hat sich seit dem letzten Jahr weiter verstärkt. Bei den potentiellen Kaufinteressenten liegt dieser Wert sogar noch höher. Rund 64 Prozent planen, ihre zukünftige Ferienimmobilie auch für das mobile Arbeiten zu nutzen. „Durch die Chancen des Remote Workings erweitert sich der Aktionsradius unseres Lebens und das Arbeiten von der eigenen Ferienimmobilie auch auf international begehrte Zweitwohnsitz- und Urlaubsdestinationen”, sagt Sven Odia.

Dass der Trend zur Nutzung der Ferienimmobilie als Homeoffice geht, bestätigt auch eine andere Studie. Laut FeWo-direkt verfügen 90 Prozent der Ferienhäuser über Internetanschluss oder WLAN.

Weitere Informationen:

Engel & Völkers: Marktbericht Deutschland – Ferienimmobilien 2021

Quellen: Engel & Völkers Pressemeldung vom 29.11.2021, Engel & Völkers: Marktbericht Deutschland 2021 Ferienimmobilien; Pressemeldung FeWo-direkt: Trend zu längeren Urlaubsreisen

Bildnachweis: Bund Deutscher Architekten Auszeichnung BDA Preis Bayern 2019: Quartier Garmisch von Beer Bembé Dellinger, Foto von © Bert Heinzelmeier, München