Laim: Wohnblock zur Abschirmung der Siedlung Friedenheim

Die in der Weimarer Republik gegründete GEWOFAG errichtete im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus eine Reihenhaus-Siedlung, die durch einen Wohnblock vom Lärm der Fürstenrieder Straße abgeschirmt wurde. Architekt war Roderich Fick, später einer der Lieblingsarchitekten von Adolf Hitler.

 

1929 und 1930 entstand im heutigen Bezirksteil St Ulrich des Münchner Stadtbezirk Laim die Siedlung Friedenheim, auch Neufriedenheim genannt. Sie befindet sich auf der westlichen Seite der Fürstenrieder Straße zwischen der Ammersee-, Fürstenrieder, Inderstorfer-, Käpfl- und Joergstraße. Bauherrin war die nur wenige Jahre zuvor gegründete und damals größte Wohnungsbaugesellschaft Münchens,  die städtische Gemeinnützige Wohnungsfürsorge A. G.“ (GEWOFAG). Die Siedlung Friedenheim ist die kleinste der damals von der GEWOFAG errichteten fünf Großsiedlungen in München und als Reihenhaussiedlung ungewöhnlich: Sonst errichtete die GEWOFAG in erster Linie Hochbauten.

Zur Abschirmung der flachen Ein- und Mehrfamilienhäuser in einer dörflich-geschlossen anmutenden Anordnung im Inneren der Siedlung wurden in Richtung der Fürstenrieder Straße viergeschossige Häuserzeilen errichtet. Die abschirmende Außenbebauung der von dem Architekten Bruno Biehler geplanten Siedlung wurde von den Architekten Roderich Fick und Alwin Seifert fortgesetzt.

Fassade mit Monumentalskulturen und Sonnenuhr

Der Wohnblock an der Fürstenrieder Straße 156, 158 und 160 wurde ebenso wie der weiter nördlich angrenzende Wohnblock 134 bis 152 (gerade Nummern) von Fick entworfen und 1929 errichtet.

Er befindet sich direkt an der südlich angrenzenden Brücke über die Lindauer Autobahn A96. Es handelt sich um einen viergeschossigen Zeilenbau mit flachem Walmdach, der zur Fürstenrieder Straße hin mit zwei monumentalen Fassadenfiguren von dem Bildhauer Fritz Schmoll – genannt Eisenwerth – geschmückt ist. An der südlichen Stirmseite des Gebäudes – hin Richtung A 96 befindet sich eine vom Künstler Kosics gestaltete Sonnenuhr. An der südlichen Ostseite befindet sich an dem Zeilenbau ein eingeschossiger Ladenvorbau.

Die Fassade zeichnet sich durch eine gut proportionierte Gliederung aus der gleichmäßigen Anordnung der Fenster sowie der beiden Relieffiguren aus.

Fortschrittliche Wohnungen zur Zeit der Weimarer Republik

Die Häuser enthalten pro Stockwerk jeweils zwei symmetrisch angeordnete Wohnungen, die aus Wohnküche und zwei Zimmern bestehen und bereits zur Bauzeit mit Bädern ausgestattet waren.

Die Anlage wurde 1939 durch jeweils zweigeschossige Bauten nach Westen nach einem Entwurf von Carl Jäger erweitert. Die Siedlung befindet  sich nach wie vor im Eigentum der GEWOFAG, die sie seit einigen Jahren saniert und vereinzelt erweitert. Die Siedlung Friedenheim befindet sich unter Denkmalschutz (Akten-Nummer: D-1-62-000-1964).

Quellen: Denis A. Chevalley, Timm Weski: Denkmäler in Bayern, Landeshauptstadt München, Südwest, Band 1, Seite 220; wikipedia           

Fotografien: Ulrich Lohrer