Deutschland: Institutionelle kauften Wohnungen für 18,7 Milliarden Euro

Laut JLL wurden 2018 rund 131.200 Wohnungen für 18,7 Milliarden Euro gekauft. Obwohl 2017 die Summe der Kaufpreise mit 15,7 Milliarden geringer war, waren es aufgrund des Preisanstiegs damals etwas mehr Wohnungen (130.700).

 

Größte Transaktion war die Übernahme von 27.000 Buwog-Wohnungen durch die Vonovia. Darüber hinaus wurden im vergangenen jahr nur noch drei Portfolios mit mehr als 4000 Wohneinheiten veräußert.

Der gewerbliche Wohninvestmentmarkt bleibt von nationalen Investoren geprägt. Weniger als ein Viertel des Kapitals kommt aus dem Ausland, darunter etwa die Transaktion des dänischen Pensionsfonds PFA sowie Investments von Briten und US-Amerikanern, die zusammen auf etwa 2,2 Milliarden Euro kommen. Ausländische Aktivitäten lagen damit 2018 unter dem Volumen des Vorjahres und in etwa auf dem Niveau der letzten fünf Jahre.

„Auch wenn der Wohnungsneubau durch Entwickler, kommunale Wohnungsgesellschaften und auch durch die großen Wohnungskonzerne zunehmen wird, ist davon auszugehen, dass das Transaktionsvolumen insgesamt abnimmt. Anhaltende Preissteigerungen und die Tendenz, mehr in Spezialsegmente wie Mikro- und Studentenwohnen zu investieren, werden daran nichts grundsätzlich ändern“, so Konstantin Kortmann, Head of Residential Investment JLL Germany. Die zunehmenden Regulierungen und Eingriffe des Staates beziehungsweise der Kommunen würden mit einem immer knapper werdenden Angebot auf dem Markt für gewerblichen Wohninvestments kollidieren. Nachdem bereits in den Vorjahren durch die Einführung der Mietpreisbremse das Mietenwachstum beschränkt werden sollte, wurden im November 2018 weitere Verschärfungen von der großen Koalition beschlossen, die nun im Gesetzgebungsverfahren 2019 umgesetzt werden sollen. Hierbei werden insbesondere die Möglichkeiten der Mieterhöhung durch Umlage von Modernisierungen stärker limitiert. „Zusätzlich zu dieser Verschärfung haben einige Städte 2018 das Instrument des kommunalen Vorkaufsrechts für Bestandsobjekte deutlich offensiver als in den Vorjahren wahrgenommen“, so Kortmann. Dies sei insbesondere in München und in Berlin der Fall. In der bayerischen Landeshauptstadt wurden 300 Wohnungen aus dem Century Portfolio durch die GWG München übernommen. Damit kann der ursprüngliche Käufer, der dänische Pensionsfonds PFA mit seinem Asset Manager Domicil, nun nur einen Teil des Portfolios sein Eigen nennen.

Quelle: JLL vom 07.01.2018

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