Münchner Gutachterausschuss: Immobilienmarkt völlig überhitzt

Der Kommunalreferent der Stadt München und der Vorsitzende des Münchner Gutachterausschusses haben den Immobilienjahresbericht 2017 vorgelegt.  Darin werden  trotz weiter gestiegene Kaufpreise über deutlich weniger Kaufverträge berichtet.

 

Für  eine 270 Quadratmeter große Wohnung in der Maxvorstadt zahlte ein finanzstarker Käufer 6,7 Millionen Euro. Es war laut dem Münchner Gutachterausschuss die teuerste Eigentumswohnung, für die im vergangenen Jahr ein Kaufvertrag zustande kam.

Auch die üblichen Wohnungsgrößen können sich nur wenige Münchner noch leisten. Die durchschnittliche Preisspanne für Bestandswohnungen lag 2017  bei 400.000 bis 760.000 Euro. Pro Quadratmeter wurden zwischen 5700 und 9500 Euro bezahlt.  Neubauwohnungen kosteten zwischen 530.000 und 625.000 Euro und verteuerten sich trotz gestiegenen Angebots 2017 gegenüber 2016 um 3,5 Prozent (siehe Grafik Seite). Einfamilienhäuser wurden dagegen in München kaum umgesetzt, geschweige denn neu erbaut. 2017 wurden in der ganzen Stadt lediglich elf neu gebaute frei stehende Einfamilienhäuser verkauft. Bei dem teuersten Einfamilienhaus im vergangenen Jahr handelte es sich um eine Villa in Bestlage mit rund 700 Quadratmeter. Kaufpreis: 18 Millionen Euro.

Am stärksten war der Preisanstieg mit 15 Prozent beim Baugrund. Quadratmeter-Preise, mit denen vor gut zehn Jahren noch komplette Wohnungen zu haben waren, werden laut Albert Fittkaiu, dem Vorsitzenden des Gutachterausschusses München, nun allein für leere Grundstücke fällig.

Die Preise von Wohnbaugrundstücken sind im Durchschnitt rund 15 Prozent gestiegen. Dabei wurde bei den Einfamilienhausgrundstücken in durchschnittlichen und guten Wohnlagen eine mittlere Preissteigerung von rund 14 Prozent ermittelt. Im Schnitt 1800 bis 4600 Euro kostet der Quadratmeter Bauland für ein Einfamilienhaus. Ein typisches Grundstück für ein Ein- oder Mehrfamilienhaus wechselte 2017 für 1,2 Millionen Euro den Besitzer.

Die Preise von Geschosswohnungsbaugrundstücken lagen in durchschnittlichen, guten und guten zentralen Wohnlagen im Mittel rund 19 Prozent über den Vorjahreswerten. In guten zentralen Wohnlagen lagen die Preise sogar durchschnittlich 35 Prozent über dem Vorjahreswerten. Im Durchschnitt wurden für Baugrund für mehrgeschossige Wohngebäude rund elf Millionen Euro gezahlt. Für ein unbebautes Grundstück für ein Mehrfamilienhaus in Haidhausen zahlte ein Projektentwickler sogar 130 Millionen Euro.

Mit 11.900 insgesamt registrierten Transaktionen ging die Anzahl aller Kaufverträge gegenüber dem Jahr zuvor um neun Prozent zurück. Auch lag der Geldumsatz mit zwölf Milliarden Euro 900 Millionen Euro unter dem Rekordjahr 2016.

Quelle: Gutachterausschuss München

Bildnachweis: Grafiken aus dem Jahresbericht 2017 des Gutachterausschuss München