Münchner Gutachterausschuss: Steigende Kaufpreise, weniger Verträge

Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) und Albert Fittkau, Vorsitzender des Gutachterauschusses, haben die Zahlen zum Immobilienmarkt München 2020 vorgestellt: In der zweiten Jahreshälfte stiegen die Umsätze trotz Corona stark an.

 

Zwar fiel der Geldumsatz mit 13,9 Milliarden der Münchner Immobilienkäufe 2020 um 18 Prozent niedriger gegenüber dem Vorjahr aus, doch stiegen die Preise trotz der Pandemie weiterhin an. Der höchste Geldumsatzanteil (46 Prozent) entfiel dabei mit rund 6,5 Milliarden Euro auf den Markt der bebauten Grundstücke – darunter werden Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser, auch Mehrfamilienhäuser, aber keine Eigentumswohnungen gezählt. Diese folgten mit einem Anteil am gesamten Geldumsatz von 41 Prozent oder 5,7 Milliarden Euro. Die Anzahl der Käufe von Eigentumswohnungen machten aber bezogen an den gesamten Kaufverträgen mit 83 Prozent den mit Abstand größten Anteil aus. Während 2019 noch 10.373 Eigentumswohnungen verkauft wurden, waren es 2020 nur noch 9846. Insgesamt ging die Zahl der abgeschlossenen Kaufverträge 2020 gegenüber 2019 um fünf Prozent auf rund 12.000 Kaufverträge zurück. Der Grund, warum der Geldumsatz soviel stärker einbrach, lag vor allem an den weniger verkauften unbebauten Baugrundstücken auf 230 Hektar, die vom Geldumsatz sonst einen hohen Anteil einnehmen. Vor 2018 wurden oft mehr als 300 Hektar Baugrund veräußert. Aber auch der Geldumsatz bei den bebauten Gewerbegrundstücken … für klassisches Gewerbe, Büro- oder Geschäftshäuser sowie Hotels – brach 2020 um 51 Prozent ein.

Preise für wiederverkaufte Wohnungen

Bei wiederverkauften Eigentumswohnungen stiegen die Preise in durchschnittlicher und guter Wohnlage trotz Corona 2020 gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent. Für eine Eigentumswohnung in durchschnittlicher Wohnlage mit 75 Quadratmeter Wohnfläche wurde Ende 2020 rund 535.000 Euro oder 7150 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Die im Schnitt etwas größeren Bestandswohnungen mit Denkmalschutz (80 Quadratmeter) kosteten im Durchschnitt sogar 665.000 Euro oder 8.300 Euro pro Quadratmeter. In guten Wohnlagen wurden für wiederverkaufte Eigentumswohnungen im Schnitt 705.000 Euro (8800 Euro pro Quadratmeter) und für Denkmalobjekte 780.000 Euro (9150 Euro pro Quadratmeter) bei 85 Quadratmeter Wohnfläche bezahlt. Der höchst bezahlte Kaufpreis für eine wiederverkaufte Eigentumswohnung betrug 6,6 Millionen Euro . Es handelte sich um eine Wohnung in der Ludwigsvorstadt mit 290 Quadratmeter Wohnfläche (Quadratmeterpreis: 22.758 Euro).

Preise für Neubauwohnungen

Die preise für Neubauwohnungen in durchschnittlicher und guter Wohnlage stiegen in München im Jahr 2020 um 6,9 Prozent. In durchschnittlicher Wohnlage wurde für eine Neubauwohnung mit rund 70 Quadratmeter Wohnfläche im Durchschnitt 620.000 Euro oder 8800 Euro pro Quadratmeter bezahlt. In guter Wohnlage lag der durchschnittliche Kaufpreis für eine Eigentumswohnung mit rund 75 Quadratmeter Wohnfläche bei 730.000 Euro (9750 Euro pro Quadratmeter). Der höchste Kaufpreis für eine Neubauwohnung betrug 15,5 Millionen Euro – dabei handelte es sich um eine Wohnung mit rund 460 Quadratmeter Wohnfläche.

Preise für individuelle Wohnhäuser

Neugebaute, freistehende Einfamilienhäuser in durchschnittlicher und guter Wohnlage kosteten rund 2,1 Millionen Euro, wiederverkaufte freistehende Einfamilienhäuser 1,6 Millionen Euro. Für neugebaute Doppelhaushälften in durchschnittlicher und guter Wohnlage wurden im Schnitt 1,3 Millionen Euro, für wiederverkaufte Doppelhaushälften 1,2 Millionen Euro bezahlt. Neugebaute Reihenhäuser kosteten durchschnittlich 1,2 Millionen Euro, im Wiederverkauf 1,05 Millionen Euro.

Quelle: Münchner Gutachterausschuss, 28. Juni 2021

Grafiken: Münchner Gutachterausschuss