Untere Au: Luxusapartments im ehemaligen Knast

Direkt am Mühlbach herrscht eine ganz eigene Idylle. Wo sich einst die Zellen des Frauengefängnis Neudeck befanden, errichtet Legat Living nun am Auer Mühlbach Luxus-Apartments und wenige Wohnungen.

 

Von 1904 bis 2009 diente das Gebäude als JVA für Frauen und Jugendliche. Nur acht Quadratmeter waren die Haftzellen groß. Zunächst wollte der Verein BISS die denkmalgeschützte Immobilie in ein 4-Sterne-Hotel umzuwandeln, wo Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen eine Ausbildung hätten machen können. Die Pläne scheiterten. Dann erwarb die Immobilienfirma MUC Real Estate den Gebäudekomplex in der Unteren Au, einem Bezirksteil des Stadtbezirks Au-Haidhausen, und plante dort 200 Eigentumswohnungen mit einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 35 Quadratmetern für Gutsituierte. Doch das Landratsamt, das um die Ecke sitzt, erhob Klage gegen das Projekt, weswegen es jahrelang blockiert wurde.

 Schließlich gab der Projektentwickler auf und veräußerte  den Komplex an Legat Living. „Haus Mühlbach – Denkmal für Wohnkultur“: So bewirbt Legat Living die geplante Anlage auf ihrer Homepage. Nach Sanierung und Renovierung entstehen Denkmal-AfA-geförderte Wohnungen im sehr gehobenen Preisniveau. Angeboten werden im „Haus Mühlbach“ rund 120 Apartments mit Wohnflächen von 23 bis 50 Quadratmetern zu Preisen von 281.000 Euro bis 511.000 Euro. Zudem werden Zwei-Zimmer-Wohnungen (60 Quadratmeter) für 771.000 Euro und eine Maisonette (112 Quadratmeter) für 2,2 Millionen Euro offeriert. Fertigstellung soll 2020 sein. Interessant wäre zu erfahren, was die ehemaligen Insassen von dem Umbau halten.

Bildnachweis/ Visualisierung: Legat Living