Postbank Wohnatlas 2022: Starker Preisanstieg 2021 in ostdeutschen Städten

Laut dem „Postbank Wohnatlas 2022“ verzeichneten im vergangenen Jahr Bestands-Eigentumswohnungen in ostdeutschen Großstädten die prozentual höchsten Preiszuwächse. Die Expert*innen des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) wagen sogar eine Prognose bis 2035.

 

Am stärksten stiegen inflationsbereinigt die Kaufpreise in Erfurt (plus 29,4 Prozent), Potsdam (plus 27,2 Prozent und Chemnitz (plus 21,7 Prozent) (siehe Tabelle oben). In München, wo der durchschnittliche Quadratmeterpreis Ende 2021 laut der Studie bei 7453 Euro lag, stiegen die Preise um 10,1 Prozent. „Nachdem Metropolen wie München als überbewertet gelten, flüchten viele in Städte der zweiten Reihe“, so Eva Grunwald von der Postbank. Die Expert*innen des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) wagen im Auftrag der Postbank sogar eine Prognose bis 2035.

Danach können in fast der Hälfte aller 401 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte können Haus- und Wohnungsbesitzer davonausgehen, dass ihre Immobilie bis mindestens 2035 real an Wert gewinnt. In der knappen Mehrheit der Regionen hat der Preisboom jedoch ein Ende. Weitere Zuwächse erwarten Expert*innen vor allem für den süddeutschen sowie den Hamburger und Berliner Raum und das Weser-Ems-Gebiet. Im westlichen Mitteldeutschland werden die Kaufpreise überwiegend stagnieren. Für weite Teile Ostdeutschlands - mit Ausnahme von Berlin, Potsdam, Leipzig, Jena, Erfurt und Weimar - ist hingegen von sinkenden Kaufpreisen für Immobilien auszugehen. 

Die Immobilienmärkte vieler Großstädte nebst Umland profitieren von guten demografischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Unter den sogenannten "Big Seven", also den sieben größten deutschen Metropolen, wird der mit Abstand stärkste Preisanstieg erneut für die bereits heute teuerste Großstadt Deutschlands, München, erwartet. Obwohl der Quadratmeterpreis 2021 bereits bei 9.732 Euro lag, prognostiziert die Studie einen weiteren realen Preisanstieg um durchschnittlich mehr  als zwei Prozent pro Jahr. Auch in Frankfurt am Main, Köln und Stuttgart ist ein deutliches jährliches Preisplus von mehr als einem Prozent drin. In Hamburg, mit dem derzeit dritthöchsten Kaufpreis unter den Big Seven, steigen die Preise zwar bis 2035 weiter, allerdings nicht mehr so dynamisch wie bisher. Für die Hansestadt wird mit einem realen jährlichen Plus von knapp über 0,5 Prozent pro Jahr das schwächste Preiswachstum aller Big Seven erwartet.
 

Weitere Informationen:

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Bildnachweis: Grafiken und Tabellen © Postbank Wohnatlas 2022

Quelle: Pressemeldung Postbank