Sparda-Bank-Studie: Sättigungseffekte am Münchner Immobilienmarkt

Nach der Studie „Wohnen in Deutschland“ verzeichnet München nach Frankfurt unter den Jüngeren (18-30-jährige) zwar die höchsten Wanderungsgewinne, doch eine hohe Abwanderung der 30- bis 50-jährigen (kleines Bild). Sie ziehen verstärkt in das Umland. 

 

Die Studie, die erneut in Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW), seiner Beratungstochter (IW Consult) sowie dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) erstellt wurde, beleuchtet den Wohnimmobilienmarkt in umfassender Art und Weise und unter Berücksichtigung der Corona-Pandemie.

Metropolen sind immer noch Kristallisationspunkt insbesondere für Jüngere aus ganz Deutschland: Alle Metropolen verzeichnen starke Wanderungsgewinne bei jüngeren Menschen bis 30. Auf Frankfurt am Main folgen beim Wanderungssaldo München (79,7) und Düsseldorf (61,5). Familien hingegen ziehen vermehrt ins direkte Umland und pendeln zu ihren Arbeitsplätzen: In die sieben Metropolen pendeln allein 2,3 Mio. Menschen, gleichzeitig ist eine Abwanderung der 30-50-Jährigen festzustellen: Der Saldo schwankt zwischen -1,4 (Berlin) und -15,2 (Stuttgart). Einen großen Wanderungssaldo im Umland München verzeichnen die Landkreise Ebersberg und Starnberg (siehe Karte oben). Nach München pendeln vor allem von dem umliegenden Landkreis Fürstenfeldbruck, Landkreis München sowie Erding viele Menschen zur Arbeit.

Letzteres hat natürlich Auswirkungen auf die Immobilienpreise im Umland. Mit Ausnahme von Düsseldorf ziehen in den letzten drei Jahren die Preise im Umland der Metropolen durchschnittlich stärker an als in den Metropolen selbst. Im Umland von Frankfurt am Main sind die Preise seit 2017 um 26,2 Prozent gestiegen, rund um Düsseldorf beträgt die Preissteigerung 16,1 Prozent. Die größten Unterschiede in den Preissteigerungen zwischen Metropole und Umland gibt es in München (16,8 Prozent im Umland versus 4,3 Prozent in der Metropole) und Stuttgart (25,4 Prozent versus 11,4 Prozent). Gerade in der Landeshauptstadt München zeigen sich damit erste Sättigungseffekte: Während die Immobilienpreise in den umliegenden Landkreisen bundesweit am stärksten steigen, ist in der Landeshauptstadt München eine deutliche Anschwächung der Preisanstiegs zu verzeichnen.

Weitere Informationen:

Sparda-Studie: Wohnen in Deutschland 2021 (als pdf abrufbar)

Quellen: IW Köln, Sparda-Banken