Deutschland: Hohe WG-Mieten zum Semesterstart

Für viele Studierende wird der Semesterstart teuer. Obwohl in München die Mieten von Wohngemeinschaften (WGs) am höchsten sind, steigen die Mieten um knapp 13 Prozent. In anderen Hochschulstandorten fällt der Mietanstieg sogar noch höher aus.

 

Die WGs verteuern sich zum Wintersemester durchschnittlich um 44 Euro pro Monat. 11,4 Prozent mehr als im Januar 2022. Dies ergibt sich aus einer Mietanalyse in 95 Hochschulstädten durch das Moses Mendelsohn Instituts (MMI) und das Portal WG-Gesucht.de.

„Eine solche Mieterhöhung hat es seit Beginn unser Marktbeobachtung 2013 nicht gegeben“, sagt Stefan Brauckmann, Geschäftsführer des MMI. München belegt unter den Hochschulstädten mit einer WG-Miete von rund 700 Euro pro Monat den Spitzenplatz. Der Mietanstieg von 620 Euro pro Monat zum Jahreanfang entspricht 12,9 Prozent. Den stärksten prozentualen Anstieg der WG-Mieten gab es allerdings in Erfurt (+ 21,8 %), Lüneburg (18,2 %) und Erlangen (17,9 %). Sondereffekte sorgen für eine starke Zimmernachfrage. „Viele Studierende holen nach der Pandemie den Umzug nach, auch verlängert sich für viele durch Corona das Studium“, erläutert Braukmann.

WG-Quadratmeter-Mieten doppelt so hoch wie für normale Wohnungen

Mit 120 Hochschulstädten noch umfangreicher und mit längerer Historie ist die Erhebung des Empirica Instituts zu den Studenten-WGs. Dazu das Berliner Immobilieninstitut: „Die empirica-Preisdatenbank für Immobilienpreise reicht zurück bis ins Jahr 2004 und ist die mit Abstand größte Sammlung von Immobilieninseraten für Deutschland.“ Die Untersuchung des Empirica Instituts zu den WG-Mieten zum Sommersemester 2022 (Erhebung März) registriert durchschnittliche Mietsteigerungen von fünf Prozent. Die Mietangaben weichen von den Daten des MMI ab, da sich die Empirica-Studie auf Zimmermieten und zum Sommersemester beziehen (siehe Grafik oben). Das Institut hat aus den Vergangenheitsdaten mit Hilfe einer Regressionsanalyse das Verhältnis der WG-Mieten zu den „normalen Kaltmieten“ analysiert und kommt für das Wintersemester 2022 zu dem Schluss: „Pro Quadratmeter kostet das warme WG-Zimmer etwa das doppelte einer „normalen“ kalten Miete. Das klingt erst mal viel, aber bei WGs gibt es Besonderheiten. Das wichtigste diesen Winter: Genannt werden in der Regel Warmmieten. Nachzahlungen am Jahresende können aber trotzdem drohen“, so das Fazit der Empirica- Studie. 

Weitere Informationen:

Empirica Institut: Mieten für Wohngemeinschaften in Unistädten Wintersemester 2022

Moses Mendelsohn Institut: Hochschulscoring Wintersemester 2022/2023

 

Quellen: Pressemeldungen und Studien von MMI, Empirica Institut