UBS-Bubble-Index: Wohnungspreisblase in München weltweit am größten

Die Schweizer Großbank UBS analysiert jährlich die Wohnimmobilienpreise der 25 wichtigsten Städte der Welt. Mitte 2020 sind in München sind die Wohnungspreise trotz Corona-Krise weltweit am stärksten überbewertet. In Frankfurt ist das Blasen-Risiko am zweithöchsten. 

 

Die Eurozone ragt laut der Studie unter den überhitzten Wohnungsmärkten heraus. München und Frankfurt sind weltweit die Preise im Verhältnis zu den regionalen Mieten und Einkommen am heißesten. Auch in Toronto, Hongkong, Paris, Amsterdam und Zürich ist das Immobilienblasenrisiko überdurchschnittlich hoch. Im Vergleich zur UBS-Analyse von 2019 ist das Risiko in Toronto, Hongkong und Amsterdam  leicht zurückgegangen ist, da die relativen Wohnungspreise zu Mieten und Einkommen leicht gesunken sind.

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr wird der Wohnungsmarkt in Vancouver in der etwas weniger riskanten Kategorie „überbewertet“ eingestuft. Im gleichen Bereich folgen die Märkte London, San Francisco, Los Angeles, und dort im unteren Bereich, New York. Die Wohnungspreise in Boston, Singapur und Dubai sind dagegen weiterhin „fair bewertet“. Gleiches gilt für Warschau, dessen Wohnungsmarlt erstmals in dem UBS Real Estate Bubble Index berücksichtigt wurde. Kaufinteressenten, die auf einen günstigen Erwerb achten, sollten sich in Chicago umschauen. Der Wohnungsmarkt ist unter den untersuchten Metropolen der einzige Wohnungsmarkt, der von den UBS-Analysten als unterbewertet eingestuft wurde.

In vielen Städten hat sich der Anstieg der realen Wohnungspreise – also Wohnungspreise abzüglich der Inflationsrate – in den vergangenen vier Quartalen beschleunigt. In den europäischen Städten München, Frankfurt und Warschau fiel der Preisanstieg mit über fünf Prozent am stärksten aus. Dagegen fielen die Preisanstiegein den asiatischen und amerikanischen Städten mit Ausnahme von Sydney verhalten aus. Madrid, San Francisco, Dubai und Hongkong waren die einzigen Städte, in denen die Wohnungspreise zurückgingen. Zuletzt wurde 2006 weniger Städte mit sinkenden Preisen beobachtet.

Obwohl aktuell die Regierungen mit Maßnahmen gegen die Corona-Krise die Märkte stützen, steigt die Unsicherheit. Trotz den großen Auswirkungen der Pandemie auf die Volkswirtschaften sind die Wohnungsmärkte bislang von der Krise kaum betroffen. Die Analysten der UBS führen dafür drei Erklärungen an. Erstens, reagieren die Wohnungspreise nur sehr zeitverzögert auf die volkswirtschaftliche Entwicklung. Zweitens leidet die Mehrheit der potentiellen Käufer von Wohnimmobilien in der ersten Jahreshälfte 2020 noch keine Einkommensverluste. Kredithilfen für Unternehmen und Maßnahmen wie die Ausweitung von Kurzarbeitergeld haben vor allem in Europa die realen Folgen der Krise bislang verdeckt. Drittens haben staatliche Maßnahmen die Folgen der Krise für Wohnungseigentümer abgeschwächt .

„Es ist unklar, wie stark sich eine höhere Arbeitslosigkeit und eine unsichere Einkommensentwicklung auf die Wohnungspreise auswirken werden. Aber sicher ist, dass der verstärte Preisanstieg der vergangenen vier Quartale kurzfristig nicht nachhaltig ist. Da die Mieten in den meisten Städten begonnen haben zu sinken, ist davon auszugehen, dass es  wahrscheinlich zu einer Preiskorrektur kommt, wenn staatliche Subventionen enden und der Druck aus die Einkommen zunimmt“, erläutert Mark Haefele, Chief Investment Officer bei UBS Global Wealth Management.

Quelle: UBS, 30.09.2020

Grafiken: UBS Global Real Estate Bubble Index