Fassadenpreis 2015: Villa des Ökologiepionier Alwin Seifert

Im November zeichnete die Landeshauptstadt München 25 private Gebäude mit dem Fassadenpreis 2015 aus und erwähnte sechs Gebäude der öffentlichen Hand lobend. Eines ausgezeichneten Häuser ist eine Künstler-Villa im italienischen Stil in Laim.

 

Die Villa befindet sich in der Von-der-Pfordten-Straße 19 im Bezirksteil St. Ulrich des Münchner Stadtbezirk Laim. Der Architekt, Gartenarchitekt, Naturschützer und früher Vertreter der Ökologiebewegung Alwin Seifert (1890- 1972) errichtete 1924 die Villa mit Atelier und zugehörigem Terrassengarten im italienischen Stil für die Bildhauerin Anna von Hentig. Seifert kaufte die Villa dann jedoch von Anna von Hentig 1929 um sie selbst zu bewohnen.

Seifert entwarf die Villa als eingeschorriges Gebäude mit hohem Walmdach in der traditionalistischen Stilrichtung der neuen Architektur des 20. Jahrhunderts. Dabei verband er den Heimatstil mit einen klassizierenden Zug. Im Grundriss gruppieren sich die Räume dreiseitig um die Diele, wobei die Nordostecke des Erdgeschosses ein Atelier enthält. Nach Süden ist das Gebäude streng axial gestaltet. Ursprünglich bestand dort eine Terrasse und ein Tiefparterre mit einem Wasserbassin sowie der von Seifert angelegte Garten, die aber im Laufe der Zeit nur noch rudimentär zu erkennen waren.

Bei der denkmalgerechten Instandsetzung des Gebäudes und der Außenanlagen wurde zugleich das Dach- und Sockelgeschoss ausgebaut. Besonders aufwendig gestaltete sich die Renovierung der maroden Stampfbetonmauern des Sockels. Bei der Fassung der Fassade einigte man sich auf die schlichte Farbigkeit des unbehandelten Kellenwurfputzes mit glatten Faschen und Gesimsen. So wurde ein bewusster Kontrast zu dem dunkel engobierten Biberschwanzdach hergestellt.

Dem Bauherrn ist es gelungen, das Villengebäude authentisch wiedererstehen zu lassen. Im Zusammenklang mit der wiederbelebten Gartenanlage entstand ein sehr harmonisches Gesamtbild, das die Stimmung der Erbauungszeit ausstrahlt.

 

Quelle: Pressemeldung des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München vom 11.11.2015; Denis A. Chevalley, Timm Weski: Denkmäler in Bayern – Landeshauptstadt München Südwest, Band 2, Seite 662

Bildnachweis: Landeshauptstadt München / Foto Maja Kaltenbach